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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Am Samstag soll in Wien erstmalig die Marathonzeit unter 2 Stunden fallen
 
 
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10.10.2019  

 
 

Eliud Kipchoge

 
Eliud Kipchoge: „Fühle mich gut und bereit“
 

Am Sonnabend unternimmt der Marathon-Olympiasieger und Weltrekordhalter Eliud Kipchoge in Wien den grandiosen Versuch, als erster Mensch einen Marathon in unter zwei Stunden zu laufen. Das Interesse ist weltweit riesig. Mehr als 30 TV-Stationen übertragen live in 200 Länder. Direkt im Zielbereich an der Prater Hauptallee fand im Medienzentrum zwei Tage vor dem Rennen unter großem internationalen Interesse eine Pressekonferenz mit dem Superstar statt. Die Aussage von Wolfgang Konrad, Veranstalter des Vienna City Marathon, von der INEOS 1:59 Challenge als „Neujahrskonzert des Sports“ zeigte hier erstmals ihre Gültigkeit.
 
„Ich fühle mich gut und bin bereit“, stellte Kipchoge gleich zu Beginn klar. „Selbstverständlich ist der Druck da, aber ich versuche ruhig zu bleiben. Es ist ein großes Rennen.“ Die Stimmung und die ersten Eindrücke seinen hervorragend: „Die Strecke ist flach und schnell, sie fühlt sich gut an. Es ist in einem großen Park in natürlicher Umgebung.“
 
Der 34-jährige Starläufer aus Kenia präsentierte sich fokussiert und zuversichtlich. „Jeder einzelne Kilometer wird am Samstag kritisch sein. Es gibt diese eine einzige Herausforderung und ich gehe mit der notwendigen Demut an das Rennen heran.“ Die Vorbereitung in Kenia gemeinsam mit einer großen Läufergruppe und Trainer Patrick Sang ist sehr gut verlaufen. „Du kannst nicht physisch fit sein ohne auch mental fit zu sein. Wenn dein Geist stark ist, dann wirst du gut sein“, sagte er.
 
Angesprochen auf die prominente und große Gruppe der Pacemaker war er voll des Lobes und brachte die Journalisten im dicht gefüllten Medienzentrum zum Lachen: „Das sind alles hervorragende Sportler. Ich freue mich, dass ich der Chef bin!“
 
Einige der Tempomacher waren auch schon vor zweieinhalb Jahren in Monza an seiner Seite, als er bei seinem ersten Versuch, die Marathondistanz in unter zwei Stunden zu laufen, am Ende die Marke von 2:00:25 Stunden erreicht hat. Für ihn war dieses Rennen ein wichtiger Fingerzeig. „Monza hat mir gezeigt, dass ich unter zwei Stunden laufen kann. Jetzt fühle ich mich besser vorbereitet und bin zuversichtlicher als damals, dass ich es schaffen kann.“
 
Vergleiche mit dem Weltrekord, den er mit 2:01:39 Stunden im September 2018 in Berlin gelaufen ist, zieht er nicht. „In Berlin ging es um den Weltrekord. In Wien geht es darum, Geschichte zu schreiben. Das sind zwei unterschiedliche Dinge.“
 
Dass er mehr im Sinn hat, als eine bestimmte Zahl zu erreichen, hat Eliud Kipchoge oft angesprochen und leidenschaftlich vermittelt, so auch diesmal. „Wer setzt die Grenzen? Alle Grenzen sind im Kopf. Ich möchte die Grenzen im Kopf verschieben“, sagt er.
 
„Am Samstag geht es darum zu zeigen, dass kein Mensch Grenzen hat. Ich will die Welt und die nächste Generation inspirieren. Es spricht alle Professionen an. Du kannst etwas Positives in die Welt bringen und ein Lachen in die Gesichter bringen. Das ist die Botschaft, das kann jeder machen.“
 
Die Frage, ob es bei ihm Gedanken gegeben habe, das Rennen in Wien könnte sein letztes sein, bringt ihn zum Lachen. „Nein, noch nicht“, sagte er. Fix ist für ihn aber, dass es nach Samstag keinen weiteren speziellen Versuch von ihm mehr geben wird, unter zwei Stunden zu laufen. In Wien, jetzt oder nie.
 
Dass Eliud Kipchoge zuversichtlich ist, diese bis vor wenigen Jahren noch als unmöglich geltende Barriere in Wien zu durchbrechen, zeigt auch seine Begleitung. Zum ersten Mal ist seine Familie zu einem großen Event gereist. Seine Frau Grace und seine drei Kinder, Lynne, Griffin und Gordon, sind mit ihm in Wien. „Ich möchte unbedingt, dass sie Teil des Ereignisses sind, wenn ich Geschichte schreibe!“
 
 
    www.ineos159challenge.com




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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