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LVR präsentiert erstmalig den Handbiker-Marathon |
LVR:
Bewusstsein für Leistungsfähigkeit schaffen
Köln. Bei strahlendem
Sonnenschein sitzen sechs Schülerinnen und Schüler der Anna-Freud-Schule des
Landschaftsverbands Rheinland (LVR) gemeinsam mit ihrem Sportlehrer Ulf Wilhelm
im üppig bepflanzten Innenhof ihrer Schule und diskutieren angeregt. Die letzten
Details für die große Schulstaffel im Rahmen des 8. Kölner Ford-Marathons am
Sonntag müssen abgesprochen werden. Lukas (19), Stefan (18), David (20), Andre
(20), Miray (18) und Konstantin (20) werden beim Kölner Ford-Marathon für ihre
Schule ins Rennen gehen und jeweils eine Strecke zwischen fünf und zehn
Kilometern bestreiten. Das Besondere hieran: Es handelt sich um eine integrative
Staffel. Zwei der Teilnehmer werden mit dem Rollstuhl antreten.
„Das integrative Team unserer
Schule ist ein Beispiel für das, wofür auch der Landschaftsverband Rheinland als
Ganzes steht", sagt Harry Voigtsberger, Erster Landesrat des LVR. Als
Kommunalverband der 14 kreisfreien Städte und 13 Kreise im Rheinland setzt der
LVR den Schwerpunkt seiner Arbeit für die neun Millionen Rheinländerinnen und
Rheinländer auf die Integration der Menschen mit Handicap, die aufgrund ihrer
unterschiedlichsten Behinderungen individuelle Förderung für ein möglichst
selbst bestimmtes Leben erhalten.
Voigtsberger: „Der LVR hat sich
den Slogan .Qualität für Menschen' auf seine Fahnen geschrieben. Das heißt:
Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen, gleichzeitig aber auch ein
größeres Bewusstsein zu schaffen für die Leistungsfähigkeit von behinderten
Menschen." Höchste Leistung bringen zum Beispiel die rund 70 Handbiker, die beim
Kölner Marathon erwartet werden. Fast im Liegen rasen die Schnellsten mit
durchschnittlichen Geschwindigkeiten zwischen 30 und 40 Stundenkilometern über
den Asphalt und benötigen für die 42,195 Kilometer nur wenig mehr als eine
Stunde.
Der Marathon der Handbiker wird
in diesem Jahr erstmalig vom LVR präsentiert. Ziel ist es, die
Sportveranstaltung auch und gerade für Breiten- und Leistungssportler mit
Handicap attraktiv zu machen. „Nur dann kann das Zusammenwirken von Sportlern
mit und ohne Behinderung gelingen, wenn gesellschaftliche Ereignisse
ganzheitlich auch im Sinne der Barrierefreiheit stattfinden", sagt Voigtsberger.
Das integrative Team der
Anna-Freud-Schule beteiligt sich ebenso wie die Rheinische Schule für
Sprachbehinderte aus Köln-Flittard - zwei von 38 besonderen Schulen in der
Trägerschaft des LVR - bereits zum zweiten Mal am Schulmarathon. „Eine
sportliche Herausforderung" war einer der Gründe, warum David, einer der
Rollstuhlfahrer, sich entschieden hat, beim diesjährigen Marathon mit dabei zu
sein. „Manchmal kann ein Rollifahrer genauso schnell sein wie ein Läufer", ist
seine Ãœberzeugung. Auch Konstantin ist sich dessen sicher. Er war schon im
letzten Jahr dabei und schwärmt von der sportlichen Fairness des Marathons: „Bei
einem schweren Anstieg habe ich gemerkt, dass mir jemand durch Anschieben
geholfen hat. Und alle haben gejubelt und uns angefeuert."
Die einmalige Atmosphäre des
Sportfestes können alle Sportlerinnen und Sportler sowie alle Besucherinnen und
Besucher ganz nah am Start- und Zielbereich des Marathons auch beim Familienfest
auf der Wiese an der Mindener Straße vor dem LVR-Landeshaus erleben.
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Autor und Copyright: Pressemeldung des LVR,
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