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Wieder deutscher U23-Rekord: Kontanze Klosterhalfen erkämpft EM-Silber |
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Konstanze Klosterhalfen |
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Wieder deutscher U23-Rekord:
Kontanze Klosterhalfen erkämpft EM-Silber
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Top-Favoritin Laura Muir aus
Schottland hat sich am Samstagabend bei der Hallen-EM in Belgrad über 1.500
Meter wie erwartet taktisch clever und im Prinzip ungefährdet durchgesetzt.
Dahinter knüpfte Konstanze Klosterhalfen vom TSV Bayer 04 Leverkusen als viel
umjubelte Vize-Europameisterin bei den „Großen“ nahtlos an ihre zahlreichen
Erfolge als Jugendliche an. Mit einer läuferisch und kämpferisch starken
Leistung holte die 20-Jährige Platz zwei und verbesserte ihren zwei Wochen alten
deutschen U23-Hallenrekord um rund eine halbe Sekunde auf 4:04,45 Minuten. Ihrem
Klubkollegen Aleixo-Platini Menga fehlte eine Hundertstel am Finale im
60-Meter-Sprint.
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Konstanze Klosterhalfen hängte
sich zunächst umsichtig an die fünfte Stelle. Als Laura Muir nach 68 Sekunden
für die ersten 400 Meter das Kommando übernahm, folgte die Juniorin vom TSV
Bayer 04 Leverkusen postwendend, um keine Lücke aufreißen zu lassen. Bei 1.000
Metern (Zwischenzeit 3:00 min) lief sie dicht an die Favoritin heran. Diese,
immerhin mit einer Freiluft-Bestzeit von 3:55,22 Minuten ausgestattet, machte
eingangs der Schlussrunde ernst und enteilte, um mit dem Meisterschaftsrekord
von 4:02,39 Minuten ins Ziel zu stürmen. Bald danach kam Konstanze Klosterhalfen
– rasch realisierend, dass sie noch nie so schnell gelaufen war wie in Belgrad.
Die Freude darüber und über den kontinentalen Vize-Meistertitel ließen die
Athletin von Sebastian Weiß in regelrechte Jubelarien ausbrechen, dabei die
deutsche Flagge ausgelassen schwenkend. U23-Cross-Europameisterin Sofia Ennaoui
(Polen; 4:06,59 min) sprintete als Dritte ins Ziel.
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„Ich habe mich vorher nicht
getraut, einen Gedanken an eine Medaille zu verschwenden. Dass es jetzt auch
noch Silber wird, das ist unbeschreiblich“, sagte Konstanze Klosterhalfen dem
Online-Portal leichtathletik.de. „Wir haben im Vorhinein viel überlegt, um vorne
mitlaufen zu können. Dass dann wirklich jemand anders die Initiative ergreift
und das Tempo so hochhält, das war perfekt für mich.“
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Aleixo-Platini Menga fehlte eine Hundertstel am Finale
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Aleixo-Platini Menga (TSV Bayer
04 Leverkusen) ist nur hauchdünn am Endlauf vorbeigeprescht. Im ersten der
beiden Zwischenläufe belegte der 29-Jährige über 60 Meter in 6,73 Sekunden den
fünften Platz. Damit schrammte er um einen Platz und eine winzige Hundertstel am
Finale vorbei. Vorne kam der Schützling von Hans-Jörg Thomaskamp nicht ganz so
gut raus wie im Vorlauf, demonstrierte aber großen Kampfgeist. Im Vorlauf war er
in 6,68 Sekunden dicht an den Hausrekord heran gelaufen. Im Gesamtklassement
notierte Aleixo-Platini Menga immerhin auf Rang zwölf.
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„Das ist richtig ärgerlich. Ich
bin echt sauer auf mich. Ich kam nicht in den Laufstil rein. Das sind die 60
Meter, die sind brutal schnell vorbei. Fehlerkorrektur gleich Null“, schimpfte
Aleixo-Platini Menga gegenüber leichtathletik.de. „Die Zeitkonstellation hätte
ich gerne geändert von Vorlauf und Halbfinale. Man muss das Turnier so annehmen,
wie es ist. Wenn man dann nicht abruft, was im Körper steckt, dann ist das
ärgerlich. Unter 6,70 hätte völlig gereicht. Aber dass ich das nicht laufe…
Jetzt heißt es heute sauer sein und nächste Woche beginnt die Vorbereitung auf
den Sommer. Jetzt muss ich aber erst einmal dieses Ergebnis verkraften.“
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Hochspringer Mateusz Przybylko
(TSV Bayer 04 Leverkusen) hat sich souverän für den Hauptwettkampf am Sonntag
qualifiziert. Dabei egalisierte er seine Jahresbestleistung von 2,28 Meter.
Bayer-Viertelmeilerin Carolin Walter läuft am Sonntag in der deutschen Staffel.
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Autor und Copyright: Harald Koken für Laufen-in-Koeln
Foto: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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