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Ovationen für Werner: Anmerkungen zur Bahnlaufserie in Berg. Gladbach |
Die
Faszination des Bahnlaufens erschließt sich nicht jedem direkt und unmittelbar.
Hier ein paar Beobachtungen zur diesjährigen Serie.
Ein Laufbericht
von Kai Engelhardt:
Jeder mehr oder
weniger ambitionierte Läufer stellt sich eines Tages einmal die Frage: soll ich
oder soll ich nicht wie ein Hamster im Kreis laufen? Das mittlerweile
reichhaltige Angebot an Straßen- und Volksläufen führt nicht unbedingt jeden
noch so guten Breiten- oder Freizeitsportler auf die Bahn. Hier sei jedoch der
Tipp gegeben: probieren geht über studieren. Die Veranstaltung in Bergisch
Gladbach ist für jedermann zum Einstieg ideal und sucht überregional
ihresgleichen: in lockerer und überschaubarer, aber trotzdem absolut
professioneller Atmosphäre kann auch und erst recht der Neuling einmal
ausprobieren, wie es ist, im großen Stadionrund zu laufen. Wenn dann noch echte
Stars wie Sabrina Mockenhaupt über 3.000 Meter persönliche Bestzeiten zeigen und
Stadionrekorde brechen, wird das jeder Anwesende dauerhaft im Gedächtnis
behalten. Werner war übrigens am letzten Tag auch mit dabei - aber dazu später
mehr.
Die drei Tage im August haben einmal mehr
gezeigt, dass das Angebot zwischenzeitlich immer mehr Zuspruch findet. Gerade
auf den längeren Distanzen von 3.000 bis 10.000 Metern tummelten sich schon so
viele Sportler auf der jeweiligen Strecke, dass es trotz der nach
voraussichtlicher Endzeit gestaffelten Starterfelder, in denen sich somit jeder
Läufer seiner Leistungsstärke nach anmelden und aufstellen konnte, bisweilen
ganz schön voll wurde.
Bei den kürzeren Strecken über 800 bis 1.500
Meter zeigte sich vor allem die Jugend äußerst schnell. In der Herrenkonkurrenz
kam es hier in der Serie jeden Donnerstag zum "Showdown" zwischen zwei
Teilnehmern.
Nirgendwo sonst haben die Aktiven die
Möglichkeit, sich die leichtfüßige Eleganz der guten Läufer anzusehen oder sich
so hautnah und direkt mit Cracks und Größen der Laufszene zu messen und
vielleicht auch noch ein wenig Technik und richtige Einteilung der jeweiligen
Distanz "abzugucken". Wie schnell diese in der Tat sind, merkt der Teilnehmer
gerade auf den längeren Strecken immer dann, wenn er selbst scheinbar spielend
überrundet wird. Wobei dies nicht demotivierend wirkt - im Gegenteil: man legt
dann meist noch einmal eine "Schippe" drauf, um wenigstens kurzfristig Anschluss
zu halten.
Freundliche Laufgenossen boten sogar ihre
Mitarbeit bei der Zeitmessung an, stoppten akribisch jede Runde und riefen die
Zwischenzeiten bei bestimmten Kilometerpunkten zu, um dem jeweiligen Läufer
Hilfestellung bei der Erreichung einer neuen persönlichen Bestzeit zu geben -
leider natürlich nicht immer von Erfolg gekrönt. Diverse Trainer und Betreuer
gingen da auch schon mal etwas lautstärker und mit eindeutigen Kraftausdrücken
zu Werke, um die gewünschte Leistung herauszukitzeln. Wir sind ja schließlich
nicht im Urlaub!
Tja, und es gab noch Werner. Der hatte
gleich seinen ganzen Fanclub mitgebracht. Dieser ließ das Stadion am dritten
Veranstaltungstag und im letzten 10.000-Meter-Rennen, als der Regen und eine
gewisse herbstliche Dunkelheit in das Flutlichtrund einbrachen und die Stimmung
kurzfristig etwas erlahmte, mit lauten Anfeuerungen erbeben. Bleibt zu hoffen,
dass das den letzten Kick gebracht hat...
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Autor und Copyright: Kai Engelhardt für Laufen-in-Koeln,
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