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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Berliner Halbmarathon: Vorstellung der deutschen Eliteläufer
 
 
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30.03.2016  

 
 

Männer: Arne Gabius, André Pollmächer, Philipp Pflieger, JulianFlügel
Frauen: Mona Stockhecke, Melina Tränkle
  
 
  Bestzeit: 62:09
Verein:
LT Haspa Marathon Hamburg
Alter:
35 Jahre
   
Arne Gabius
 
Arne Gabius ist Deutschlands neuer Marathon­Star. Zum ersten Mal seit langem gibt es mit dem 35­jährigen Stuttgarter wieder einen deutschen Straßenläufer, der im Männerbereich auch international eine Rolle spielen kann. In seinem zweiten Marathonrennen brach er im Oktober 2015 in Frankfurt mit einer Zeit von 2:08:33 Stunden den 27 Jahre alten deutschen Rekord. Damit war er 2015 der schnellste europäische Marathonläufer. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er am Sonntag auch den deutschen Halbmarathonrekord von 60:34 erreichen kann.
 
Arne Gabius, der viele Jahre lang vom 5.000­m­Olympiasieger Dieter Baumann betreut wurde und dabei parallel ein Medizinstudium absolvierte, steigerte sich im Winter 2012 als bereits 30­Jähriger deutlich und erreichte nationale Topzeiten, mit denen er auch im europäischen Bereich vorne dabei war. Die Steigerung hing in erster Linie damit zusammen, dass er das Studium beendet hatte. Zunächst etablierte sich Arne Gabius mit einer 3.000­m­Hallenzeit von 7:38,13 Minuten als zweitschnellster deutscher Läufer über diese Distanz, dann brach er den 30 Jahren alten Zwei­Meilen­Hallenrekord - eine Distanz, die allerdings nur selten gelaufen wird - von Thomas Wessinghage mit einer Zeit von 8:10,78 in Birmingham.
 
Bei den Europameisterschaften in Helsinki 2012 wurde Arne Gabius Zweiter über 5.000 m hinter dem Briten Mo Farah. Es war die erste deutsche EM­Medaille über diese Distanz seit Dieter Baumann 1994 den Titel gewonnen hatte. Nach den Weltmeisterschaften in Peking 2015 beendete Arne Gabius seine Bahn­Karriere. Seitdem konzentriert er sich vollkommen auf die Straße.
Seine Halbmarathon­Bestzeit erzielte er bei seinem Debüt in New York vor zwei Jahren. Auf der teilweise welligen Strecke erzielte er 62:09 Minuten und wurde Achter. Damit ist er immerhin schon der achtschnellste deutsche Halbmarathon­ läufer aller Zeiten. Doch es ist weit mehr drin für Arne Gabius über diese Strecke. Nachdem ihn im vergangenen Jahr beim Berliner Halbmarathon Magenprobleme stoppten und er nur noch ins Ziel joggen konnte (Platz 301 in 1:21:18 Stunden), peilt er am Sonntag bei einem neuen Anlauf eine Zeit von unter 61 Minuten an.
 
Drei Wochen später wird er beim London­ Marathon starten. Das ganz große Ziel ist jedoch der olympische Marathon in Rio im August. Arne Gabius, der bei der Trainingsplanung vom renommierten italienischen Coach Renato Canova unterstützt wird, hat sich eine Top­Ten­Platzierung als Ziel gesetzt. Der geforderte Leistungsnachweis für die Rio­Nominierung (66:30 Minuten im Halbmarathon) ist für Arne Gabius nur eine Formsache.
 
 
 
 
  Bestzeit: 62:47
Verein:
Rhein Marathon Düsseldorf
Alter:
33 Jahre
   
André Pollmächer
 
André Pollmächers Karriere gleicht einer Achterbahnfahrt ­ es ging immer wieder Auf und Ab. Vor knapp zehn Jahren galt er als die große Hoffnung des deutschen Langstreckenlaufes. 2007 siegte er überraschend beim 10.000­m­Europacup. Das war zuvor nur einem Deutschen gelungen: Dieter Baumann. Anfang Juni 2007 steigerte er dann seine 10.000­m­Bestzeit bei einem Rennen in Belgien auf 27:55,66 Minuten. Damit war er damals so schnell wie kein anderer Deutscher seit Dieter Baumann. Nachdem der Bahn­Langstreckler danach jedoch mehrfach unter Verletzungsproblemen litt, wechselte er frühzeitig auf die Straße und zum Marathon. 2008 lief er sein Debüt in Frankfurt und kam nach 2:14:18 Stunden ins Ziel, in Düsseldorf steigerte er sich dann 2009 auf 2:13:09 und belegte einen beachtlichen dritten Rang.
 
Bei der WM 2009 erreichte André Pollmächer in Berlin Rang 18 und sorgte für das beste Resultat eines deutschen Marathonläufers bei einer WM seit dem 14. Platz von Konrad Dobler 1995. Da sein Trainer Bernd Dießner danach in den Ruhestand ging und André Pollmächer ohne Coach dastand, beendete er seine Karriere und übernahm Dießners Trainerstelle beim LAC Chemnitz. Diese gab er jedoch Ende 2010 wieder auf und startete ein Comeback.
 
Verletzungs­ und Gesundheitsprobleme war­ fen ihn jedoch immer wieder zurück. Erst im Sep­ tember 2013 gelang ihm ein Befreiungsschlag: André Pollmächer lief beim BMW BERLIN­MA­ RATHON eine Bestzeit von 2:13:05 Stunden. Ein Jahr später zeigte er eine glänzende Leistung bei den Europameisterschaften in Zürich, wo er Rang acht belegte. Pech hatte André Pollmächer, der in Düsseldorf lebt und für den Verein Rhein Marathon Düsseldorf startet, 2015 bei seinem Heimat­ Marathon. Aufgrund von starken Blasen musste er im April mit blutigen Füßen frühzeitig aus dem Rennen gehen. In diesem Frühjahr will er es mit Blick auf den olympischen Marathon noch ein vielleicht letztes Mal versuchen. Der Berliner Halbmarathon ist da­ bei ein wichtiger Test im Hinblick auf seinen Frühjahrsmarathon in Düsseldorf, wo er die Olympia­ Norm unterbieten möchte. An das Rennen hat er gute Erinnerungen, schließlich stellte er hier vor zwei Jahren mit 62:47 seine persönliche Bestzeit auf.
 
 
 
  Bestzeit: 63:51
Verein:
LG Telis Finanz Regensburg
Alter:
28 Jahre
   
Philipp Pflieger
 
Philipp Pflieger hat sehr gute Chancen, am Sonntag einen entscheidenden Schritt in Richtung Olympia­ Marathon in Rio zu machen. Nachdem der Deutsche Leichtathletik­Verband (DLV) die Normen angepasst hat, ist Pflieger mit seiner Zeit vom BMW BERLIN­MARATHON (2:12:50) gut im Limit. Er muss im Frühjahr nur noch einen Leistungs­ nachweis im Halbmarathon erbringen. Gefragt ist dabei eine Zeit von 66:30 Minuten. Das sollte Philipp Pflieger auch dann schaffen, wenn er aufgrund eines Trainingsrückstandes noch nicht in Bestform ist.
 
Der 28­Jährige, der als Jugendlicher mit dem Laufsport begann und seit 2008 zur erfolgreichen Trainingsgruppe der LG Telis Finanz Regensburg zählt, hatte nach dem BMW BERLIN­MARATHON mit Problemen im rechten Sprunggelenk zu kämpfen. Ein richtiges Lauftraining war erst wieder Anfang Februar möglich. "Wenn es nicht der Berliner Halbmarathon gewesen wäre, hätte ich meinen Start über diese Distanz sicher noch etwas nach hinten verlegt. Aber ich weiß wie toll die Atmosphäre bei den Rennen in Berlin ist." Am Sonntag hat er dabei gleich zwei Zeiten im Blick. Neben dem Rio­Leistungsnachweis geht es auch um die Qualifikation für den Halbmarathon bei den Europameisterschaften im Juli in Amsterdam. Hier sind 63:45 gefragt.
 
 
 
  Bestzeit: 64:17
Verein:
Asics Team Memmet
Alter:
29 Jahre
   
JulianFlügel
 
Julian Flügels Stärke ist die Ausdauer. Das zeigte sich bei seinen bisherigen Marathonrennen, in denen er konstant Zeiten im Bereich von 2:14 und 2:15 Stunden erreichte. In Berlin steigerte er sich im vergangenen September auf 2:13:57. Damit unterbot er die inzwischen angepasste Olympianorm und könnte beim Berliner Halbmarathon einen weiteren Schritt in Richtung Marathon in Rio machen. Dafür muss er den geforderten Leistungsnachweis des Deutschen Leichtathletik­Verbandes (DLV) erbringen und eine Zeit von unter 66:30 Minuten laufen. Das sollte kein Problem sein, zumal er im Februar beim Barcelona­Halbmarathon mit 64:17 bereits eine Bestzeit aufstellte.
 
Julian Flügel hat sich trotz einer Doppelbelastung in die deutsche Marathonspitze geschoben. Er arbeitet 30 Stunden in der Woche als Revisor für ein Gabelstapler­Unternehmen. Oft ist er auch im Ausland tätig, und manches Mal werden es mehr als 30 Wochenstunden. "Nur zu laufen, das wäre mir zu langweilig. Außerdem denke ich auch langfristig an meine berufliche Zukunft", sagt Julian Flügel, der als Jugendlicher zunächst Fußball spielte und dann im Alter von 16 Jahren zum Laufsport kam. Zweimal startete er bei den Crosslauf­Europameisterschaften und belegte dabei die Ränge 38 (2011) und 44 (2013). Zwei Wochen nach dem Berliner Halbmarathon wird Julian Flügel in Hamburg Marathon laufen.
 
 
 
  Bestzeit: 74:57
Verein:
LT Haspa Marathon Hamburg
Alter:
32 Jahre
   
Mona Stockhecke
 
Mona Stockhecke wird am Sonntag erstmals beim Berliner Halbmarathon an den Start gehen. Die 32­Jährige, die beruflich bedingt zurzeit in Duluth in den USA lebt, lief bereits im Januar einen Halbmarathon: In Houston erreichte sie dabei 1:15:31. Ihre Bestzeit steht bei 1:14:57. Für Mona Stockhecke ist das Rennen am Sonntag ein wichtiger Test vor ihrem Frühjahrsmarathon, den sie zwei Wochen später in Hamburg laufen wird. Der Marathon ist ihre stärkste Disziplin.
 
Die Lauf­Karriere von Mona Stockhecke begann erst spät. Einen Spaßlauf in ihrer Geburtsstadt Hamburg (3:45 Stunden) ausgeklammert, lief Mona Stockhecke 2011 an der Elbe ihr Marathon­Debüt: Rang 17 in 2:55:00 Stunden war für eine Amateur­ Läuferin eine beachtliche Leistung. Ein Jahr später steigerte sie sich in Hamburg auf 2:43:13 und dann in Frankfurt 2012 bereits auf 2:38:18. "Damals bin ich noch ohne Pacemaker und Eigenverpflegung gelaufen", erinnerte sie sich. 2013 folgte ein weiterer Start in Hamburg (2:36:50) sowie der Amsterdam­Marathon (2:38:30) bevor ihr in Zürich im April 2014 ein Achtungserfolg gelang: In ihrer damaligen Heimatstadt ­ an der Züricher Universität ist sie als Klimageologin angestellt und in dieser Funktion zurzeit in den USA tätig ­ gewann sie mit einer Steigerung auf 2:34:04.
 
Mit ihrem Zürich­Marathon­Sieg qualifizierte sich die Quereinsteigerin für den EM­Marathon ­ ein Heimspiel, denn die Titelkämpfe fanden in Zürich statt. Mona Stockhecke zeigte auch beim bisher hochkarätigsten Wettkampf ihrer Karriere eine beeindruckende Leistung: Auf Platz 22 war sie die beste deutsche Läuferin. Im selben Jahr steigerte sie sich in Frankfurt auf 2:33:50, ein Jahr später war sie wiederum am Main nur vier Sekunden langsamer. Eine Marathon­Olympianominierung wird Mona Stockhecke voraussichtlich nicht erreichen können, doch die 32­Jährige ist für weitere Überraschungen gut.
 
 
 
 
  Bestzeit: 73:45
Verein:
LG Karlsruhe
Alter:
23 Jahre
   
Mona Stockhecke
 
Mona Stockhecke wird am Sonntag erstmals beim Berliner Halbmarathon an den Start gehen. Die 32­Jährige, die beruflich bedingt zurzeit in Duluth in den USA lebt, lief bereits im Januar einen Halbmarathon: In Houston erreichte sie dabei 1:15:31. Ihre Bestzeit steht bei 1:14:57. Für Mona Stockhecke ist das Rennen am Sonntag ein wichtiger Test vor ihrem Frühjahrsmarathon, den sie zwei Wochen später in Hamburg laufen wird. Der Marathon ist ihre stärkste Disziplin.
 
Die Lauf­Karriere von Mona Stockhecke begann erst spät. Einen Spaßlauf in ihrer Geburtsstadt Hamburg (3:45 Stunden) ausgeklammert, lief Mona Stockhecke 2011 an der Elbe ihr Marathon­Debüt: Rang 17 in 2:55:00 Stunden war für eine Amateur­ Läuferin eine beachtliche Leistung. Ein Jahr später steigerte sie sich in Hamburg auf 2:43:13 und dann in Frankfurt 2012 bereits auf 2:38:18. "Damals bin ich noch ohne Pacemaker und Eigenverpflegung gelaufen", erinnerte sie sich. 2013 folgte ein weiterer Start in Hamburg (2:36:50) sowie der Amsterdam­Marathon (2:38:30) bevor ihr in Zürich im April 2014 ein Achtungserfolg gelang: In ihrer damaligen Heimatstadt ­ an der Züricher Universität ist sie als Klimageologin angestellt und in dieser Funktion zurzeit in den USA tätig ­ gewann sie mit einer Steigerung auf 2:34:04.
 
Mit ihrem Zürich­Marathon­Sieg qualifizierte sich die Quereinsteigerin für den EM­Marathon ­ ein Heimspiel, denn die Titelkämpfe fanden in Zürich statt. Mona Stockhecke zeigte auch beim bisher hochkarätigsten Wettkampf ihrer Karriere eine beeindruckende Leistung: Auf Platz 22 war sie die beste deutsche Läuferin. Im selben Jahr steigerte sie sich in Frankfurt auf 2:33:50, ein Jahr später war sie wiederum am Main nur vier Sekunden langsamer. Eine Marathon­Olympianominierung wird Mona Stockhecke voraussichtlich nicht erreichen können, doch die 32­Jährige ist für weitere Überraschungen gut.
 



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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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