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Plötzlicher Herztod beim Sport: auch junge Menschen kann es treffen
 
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29.10.2019 

 


Deutsche Herzstiftung informiert anl√§sslich der bundesweiten Herzwochen √ľber die Ursachen von pl√∂tzlichen Herztodesf√§llen bei Sportlern
 
Regelm√§√üiger Sport gilt als eine der besten Ma√ünahmen, um das Herz lange gesund und leistungsf√§hig zu halten. Doch Meldungen √ľber Herztodesf√§lle beim Sport k√∂nnen verunsichern. Dramatisch war unter anderem der Fall des 28-j√§hrigen kamerunischen Fu√üballspielers Marc-Vivian Fo√©, der 2003 w√§hrend des Confederations-Cup in Frankreich vor laufenden Kameras einen pl√∂tzlichen Herztod starb. Je nach Studie liegt die H√§ufigkeit des pl√∂tzlichen Herztods beim Sport zwischen 0,7 und 3,0 Todesf√§llen pro 100.000 Sporttreibenden pro Jahr. ¬ĄWeltweit sind M√§nner deutlich h√§ufiger betroffen als Frauen. Hinsichtlich der Ursache ist zu unterscheiden zwischen Sportlerinnen und Sportlern unter 35 Jahren und dar√ľber. Daher sollten auch junge Menschen, bevor sie aktiv Sport betreiben, ihr Herz untersuchen lassen¬ď, betont der Kardiologe und Univ.-Prof. Dr. med. J√ľrgen Scharhag, Leiter der Abteilung Sportmedizin, Leistungsphysiologie und Pr√§vention am Institut f√ľr Sportwissenschaft der Universit√§t Wien. Bekanntlich kann es bei Leistungs- und erst recht bei Extremsport zum pl√∂tzlichen Herztod kommen, wenn eine Herzkrankheit unerkannt bleibt. ¬ĄDas sollte man vor Antritt des Leistungssports vom
   
 

Univ.-Prof. Dr. med. J√ľrgen Scharhag

 
   
Kardiologen abkl√§ren lassen¬ď, r√§t Prof. Scharhag. Ausf√ľhrlich √ľber den pl√∂tzlichen Herztod beim Sport informiert der neue Herzstiftungs-Ratgeber ¬ĄBedrohliche Herzrhythmusst√∂rungen: Wie sch√ľtze ich mich vor dem pl√∂tzlichen Herztod?¬ď, kostenfrei anzufordern unter www.herzstiftung.de oder per Tel. unter 069 955128400.

Angeborene Herzfehler bei jungen Sportlern häufige Ursache
 
Beim Sport beschleunigt sich der Herzschlag deutlich ¬Ė f√ľr ein gesundes Herz kein Problem. Ist das Organ jedoch vorgesch√§digt, kann der schnelle Herzschlag bedrohliche Herzrhythmusst√∂rungen, das sogenannte Kammerflimmern, ausl√∂sen, das unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zum Tod f√ľhrt. In nahezu allen F√§llen liegt dem pl√∂tzlichen Herztod beim Sport eine unerkannte Herzerkrankung zugrunde. Je nach Alter unterscheidet sich allerdings die Art der zugrundeliegenden Erkrankungen. ¬ĄBei Sportlerinnen und Sportlern unter 35 Jahren sind die h√§ufigsten Ursachen eines pl√∂tzlichen Herztods Erkrankungen des Herzmuskels, der Herzklappen, der Hauptschlagader oder der Herzkranzgef√§√üe¬ď, best√§tigt Prof. Scharhag. Dies seien zu einem gro√üen Teil angeborene Herzfehler. Unter anderem k√∂nnten Ver√§nderungen im Erbgut zu einer krankhaften Herzmuskelverdickung f√ľhren. Diese kann w√§hrend des Sports durch die hohe Belastung, die hohe Herzfrequenz sowie den erh√∂hten Sauerstoffbedarf des Herzens die lebensbedrohlichen Herzrhythmusst√∂rungen ausl√∂sen. Verpflichtende sportmedizinische Untersuchungen k√∂nnen das Risiko eines pl√∂tzlichen Herztodes bei Sportlern deutlich senken, wie eine Untersuchung aus Italien zeigt. In Deutschland gibt es ein bew√§hrtes Untersuchungssystem des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) f√ľr Leistungssportler auf Kaderebene, mit dem Ziel, Erkrankungen des Herzens fr√ľhzeitig zu erkennen.

Gefahr durch Myokarditis: Bei Infektion ist Schonung angesagt
 
Sowohl bei j√ľngeren als auch bei √§lteren Sportlern kann auch eine unerkannte Herzmuskelentz√ľndung (Myokarditis) zum pl√∂tzlichen Herztod f√ľhren. Diese kann beispielsweise nach einer vorangegangenen viralen oder bakteriellen Infektion auftreten. Eine Myokarditis kann bereits bei banalen Infekten als Begleiterkrankung auftreten, ohne dass in Ruhe Herzbeschwerden gesp√ľrt werden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast alle jungen Sportler, die aufgrund einer Myokarditis gestorben waren, vorher eine Infektion der oberen Atemwege durchgemacht hatten. Herzspezialisten raten Sportlern deshalb, sich bei einem Infekt immer ausreichend zu schonen und das Training erst dann wieder aufzunehmen, wenn sie wieder vollst√§ndig gesund sind und sich fit f√ľhlen.
 
Patienten mit einer gesicherten Myokarditis m√ľssen sich auf alle F√§lle mehrere Monate konsequent schonen: viel Ruhe, keine k√∂rperliche Belastung, keinerlei Sport oder Ausdauertraining, wenn m√∂glich Fahrstuhl statt Treppe. Dies gilt selbstverst√§ndlich auch f√ľr schwere k√∂rperliche Arbeit im Beruf. Sport ist erst wieder nach einer Karenzzeit von mindestens drei bis sechs Monaten m√∂glich, wenn sich die Herzfunktion wieder komplett erholt hat und der Sportkardiologe nach verschiedenen Untersuchungen wieder gr√ľnes Licht gibt.

Bei älteren Sportlern ist die koronare Herzkrankheit häufigste Ursache
 
Bei Sportlern ab 35 Jahren ist die koronare Herzkrankheit (KHK) mit etwa 80 % die mit Abstand h√§ufigste Ursache des pl√∂tzlichen Herztods. Dabei bilden sich √ľber Jahre Ablagerungen in den Herzkranzgef√§√üen, die diese allm√§hlich verengen. Durch den beschleunigten Herzschlag und den erh√∂hten Blutdruck w√§hrend des Sports k√∂nnen Verletzungen an verengten Herzkranzgef√§√üen auftreten, an denen sich Blutgerinnsel bilden, die das Herzkranzgef√§√ü verschlie√üen. Es kommt zum Herzinfarkt, der zu Kammerflimmern und schlie√ülich dem Herztod f√ľhren kann. Das Risiko f√ľr diese Todesf√§lle l√§sst sich ebenfalls durch eine sportmedizinisch-kardiologische Untersuchung senken.

Was tun bei Herzstillstand?
 
Beim lebensgef√§hrlichen Kammerflimmern ist kein regul√§rer Herzschlag mehr zu sp√ľren. Ersthelfer m√ľssen in einem solchen Fall schnell und richtig handeln, um den pl√∂tzlichen Herztod nach M√∂glichkeit zu verhindern. Das Kammerflimmern l√§sst sich durch einen Elektroschock mit einem Laien-Defibrillator (AED) beenden. In vielen Sportst√§tten sind solche Ger√§te bereits installiert, automatische Ansagen helfen nach Starten des Ger√§ts bei der Anwendung. In jedem Fall sollten Ersthelfer bei beobachtetem Herzstillstand nach Pr√ľfung der Atmung und nach Absetzen des Notrufs 112 sofort eine Herzdruckmassage durchf√ľhren, bis der Rettungsdienst mit dem Notarzt eintrifft. Sind mindestens zwei Helfer vor Ort und wei√ü einer, wo in unmittelbarer N√§he ein AED installiert ist, kann eine Person die Herzdruckmassage durchf√ľhren, w√§hrend die andere den AED holt. √úber die einzelnen Schritte einer Laienreanimation informiert die Deutsche Herzstiftung leicht verst√§ndlich unter www.dhs.tips/herznotfall
 
  
   
 
   
Neuer Ratgeber: ¬ĄBedrohliche Herzrhythmusst√∂rungen: Wie sch√ľtze ich mich vor dem pl√∂tzlichen Herztod?¬ď Welche Rolle spielen Herzrhythmusst√∂rungen, Arteriosklerose (¬ĄGef√§√üverkalkung¬ď), Herzmuskelerkrankungen und andere Herzleiden als Ursachen f√ľr den pl√∂tzlichen Herztod? Welche M√∂glichkeiten der Vorsorge, Diagnose und Therapie bietet die Herzmedizin zum Schutz vor einem Herzstillstand?
 
Diese und weitere Themenaspekte erl√§utern Herzspezialisten in dem kostenfreien Ratgeber ¬ĄBedrohliche Herzrhythmusst√∂rungen: Wie sch√ľtze ich mich vor dem pl√∂tzlichen Herztod?¬ď
 
Der Band (136 Seiten) kann unter www.herzstiftung.de oder per Tel. 069 955128400 oder Mail: bestellung@herzstiftung.de angefordert werden.




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