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Zweiter Lockdown macht den Sportvereinen deutlich mehr zu schaffen
 
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13.01.2021 

 

 
Vorabauswertung der 8. Welle des Sportentwicklungsberichts zur COVID-19 Thematik
 
Auch der Breitensport ist wieder vom coronabedingten Lockdown betroffen. Den positiven Effekten k├Ârperlicher Aktivit├Ąt auf die Gesundheit steht das erh├Âhte Infektionsrisiko durch Kontakte beim Sport gegen├╝ber. Genau wie beim ersten Lockdown sind daher Sportanlagen f├╝r Amateursportler*innen geschlossen. F├╝r Sportvereine wird die Lage immer schwieriger.
 
Deutlich mehr zu schaffen als der erste Lockdown im Fr├╝hjahr macht den Sportvereinen in Deutschland die zweite Schlie├čung aller Sportanlagen f├╝r den Breitensport. Bis zum erneuten Lockdown ab November war der Anteil an Vereinen ausgeglichen, die Mitgliedschaftsr├╝ckg├Ąnge oder -zuw├Ąchse zu verzeichnen hatten (36,6% R├╝ckg├Ąnge gegen├╝ber 35,0% Zuw├Ąchse). Inzwischen hat sich mit 44,0% der Anteil der Vereine, die f├╝r 2020 R├╝ckg├Ąnge melden, gegen├╝ber 29,0% mit Zuw├Ąchsen deutlich erh├Âht. Die Ver├Ąnderungen sind statistisch signifikant.
 
Mittlerweile erwartet jeder zweite Sportverein (52,4%) in Deutschland in den kommenden zw├Âlf Monaten eine existenzbedrohliche Lage. Auch hier zeigt sich ein signifikanter Anstieg seit dem zweiten Lockdown. Ursache hierf├╝r ist f├╝r zwei von f├╝nf aller Vereine (41,3%) der Mitgliederr├╝ckgang aufgrund der COVID-19 Pandemie (vor dem zweiten Lockdown: 36,5%). Als weitere Ursache wird von 34,9% aller Vereine der pandemiebedingte R├╝ckgang an Ehrenamtlichen genannt (vor dem zweiten Lockdown: 32,8%). Jeder f├╝nfte Verein (22,1%) rechnet mit einer existenziellen Bedrohung aufgrund pandemiebedingter finanzieller Engp├Ąsse (vor dem zweiten Lockdown: 21,1%).
 
Studienleiter Professor Christoph Breuer kommentiert die Ergebnisse wie folgt: "Je l├Ąnger Sportvereine ihrem Zweck nicht nachkommen d├╝rfen, desto schw├Ącher wirken sie als stabilisierendes Element der Gesellschaft. Es geht sozialer Kitt verloren, der gerade in einer individualisierten Zuwanderungsgesellschaft von Bedeutung ist. Damit treffen die Folgen nicht nur die Vereinsmitglieder sondern die gesamte Gesellschaft."
 
Die Befunde stammen aus der 8. Welle des Sportentwicklungsberichts f├╝r Deutschland, an der sich 20.179 Sportvereine beteiligt haben (Feldphase: 21. Oktober bis 21. Dezember 2020). Der Sportentwicklungsbericht f├╝r Deutschland wird gef├Ârdert vom Bundesinstitut f├╝r Sportwissenschaft, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und allen 16 Landessportb├╝nden. Die wissenschaftliche Leitung hat Univ.-Prof. Dr. Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule K├Âln. Die Sportentwicklungsberichte analysieren kontinuierlich die Entwicklung von Sportvereinen und deren Beitrag zum Gemeinwohl. Der gesamte Forschungsbericht zur 8. Welle wird im Mai 2021 vorliegen.




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Autor und Copyright: Mitteilung der Sporthochschule K├Âln
Foto: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln