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Koko Klosterhalfen: "ErnÀhrung ein Teil des Trainings"
 
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26.12.2021 

 

 
Zum Abschluss des TSV-Adventskalenders prĂ€sentiert Bayers SpitzenlĂ€uferin in den Sozialen Medien des Klubs das Rezept fĂŒr ihre Cocoa-Dattel-BĂ€llchen - hier erzĂ€hlt sie ĂŒber lange LĂ€ufe, Essen und ihre Ziele.
 
Konstanze, um erfolgreich in der Weltklasse mitlaufen zu können, musst Du nicht nur sehr viel rennen. Hast Du da fĂŒr Dich einen guten Weg gefunden?
 
Koko Klosterhalfen: Es ist sehr wichtig, dass der Körper genug hat, vor allem auch fĂŒr die Regeneration. Die ErnĂ€hrung gehört genauso zum Training dazu wie die LĂ€ufe an sich. Nach langen LĂ€ufen von ĂŒber 20 Kilometern achte ich beispielsweise darauf, Eiweiß zu mir zu nehmen. Nach so einer Anstrengung hat man aber nicht direkt unbedingt Lust darauf, viel zu essen. Es ist aber dennoch wichtig und ich selber bin immer noch dabei, das stĂ€ndig zu optimieren.

Worauf achtest Du besonders?
 
Auf die Eiweißzufuhr nach harten, langen Einheiten. Darauf, dass ich mich vielfĂ€ltig ernĂ€hre, dass ich zum Beispiel die GemĂŒsesorten durchwechsele, um sicherzustellen, dass ich möglichst viele NĂ€hrstoffe abdecke. Dass ich gesunde Fette aus NĂŒssen oder Ölen zu mir nehme. Solche Dinge.
 
Du prĂ€sentierst uns das Rezept fĂŒr Deine Cocoa-Dattel-BĂ€llchen. Woher hast Du es und zu welchen Gelegenheiten machst Du Dir diese BĂ€llchen?
 
Ich liebe alle Art an natĂŒrlichen Riegeln mit nur wenigen und cleanen Zutaten. Meinen Lieblingsriegel gab es nicht in Amerika, da habe ich mit den Zutaten versucht einfach selbst einen zu mischen. Ich esse sie am liebsten vor dem Laufen aber auch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie schmecken richtig gut.
 
Seit April hast Du Sonia O?Sullivan als Co-Trainerin an Deiner Seite, eine ehemalige WeltklasselĂ€uferin aus Irland, Olympia-Zweite von 2000 ĂŒber 5000 Meter. Nun wird orakelt, dass Du wohl kĂŒnftig den Fokus auch auf die 5000 Meter legen wirst. Ist das so?
 
Das werde ich immer wieder gefragt. Aber fĂŒr mich ist das gar kein Thema. In der Jugend bin ich auch von 800 bis 10.000 Meter alles gelaufen. Das gehört fĂŒr mich alles zusammen, das ist eben Mittelstrecke. 1500 und 3000 Meter sind immer noch meine Lieblingsdisziplinen. 5000 Meter gehört dazu, und eine schnelle 800 ist wichtig, um gut 5000 Meter laufen zu können. Man sieht das ja bei Sifan Hassen, sie lĂ€uft 1500 und 10.000 Meter im olympischen Finale (die NiederlĂ€nderin gewann in Tokio Gold ĂŒber 5000 und 10.000 Meter sowie Bronze ĂŒber 1500 Meter, Anm. d. Red.). Auch Sonia O?Sullivan ist sowohl die 1500 als auch die 10.000 Meter superstark gelaufen. Die 10.000 Meter sind nicht unbedingt meine Lieblingsstrecke, die hĂ€tte ich mir nicht ausgesucht?
 
... warum bist Du sie dann in Tokio gelaufen?
 
Das hat einfach am meisten Sinn gemacht. FĂŒr die kĂŒrzeren Strecken braucht man ein sehr aggressives Training, das war nach meiner Verletzung noch nicht in der Form möglich. Man kann die 10.000 Meter aus der Grundlage heraus einfacher vorbereiten. Dieses TempohĂ€rteding ist dann noch mal etwas anderes.
 
Du kannst jetzt also noch nicht sagen, was Du im nÀchsten Jahr bei der EM in Paris und der WM in Eugene laufen wirst?
 
Mein Trainer hat da eher einen Plan im Kopf. Ich mache mir darĂŒber nicht so viele Gedanken, sondern konzentriere mich lieber komplett auf das Training. Die 5000 Meter liegen mir in den Meisterschaftsrennen ganz gut. Ich bringe die Schnelligkeit von den 1500 Metern mit, habe aber halt auch die Ausdauer fĂŒr die 10.000. Festlegen tun wir uns auf keinen Fall. Wir schauen einfach.
 
Und aus der Ferne studierst Du weiterhin in Köln Sport mit Schwerpunkt Journalismus?
 
Ja, ich hatte das GlĂŒck, dass die mich sehr unterstĂŒtzt haben. Das letzte Jahr war dann sogar einfacher fĂŒr mich, weil ohnehin alles online stattgefunden hat. Jetzt habe ich gerade mit meiner Bachelor-Arbeit begonnen. Es ist echt wichtig, dass man beschĂ€ftigt ist. Neben ein oder zwei TrainingslĂ€ufen am Tag noch etwas fĂŒr den Kopf zu haben, da bin ich sehr dankbar.
 
Alle erwarten von Konstanze Klosterhalfen weitere internationale Medaillen. Was erwartest Du selbst von Dir?
 
Ich habe im letzten Jahr gelernt, dass es das Wichtigste ist, auf den Körper zu achten und gesund zu bleiben. Dann ist viel möglich. Und man muss sich den Spaß bewahren, den Druck nicht an sich heranlassen. Ich gebe jeden Tag mein Bestes und versuche, immer mit Freude an die Sache zu gehen.



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Autor und Copyright: TSV Bayer 04 Leichtathletik
Foto: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln