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Michael Fietz: Der Sieger von 1997 versucht in Frankfurt ein Comeback
 
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21.10.2004 

 

Nach ausgeheiltem Ermüdungsbruch ist der 36-Jährige am 31. Oktober beim Eurocity Marathon Messe Frankfurt am Start / Eine Zeit unter 2:15 als Zielvorgabe

 

Eigentlich spielt die nationale Konkurrenz Michael Fietz (TV Wattenscheid) die Karten in die Hand. Seit 2001 hat der Marathonläufer aus Gelsenkirchen immer wieder verletzungsbedingt Auszeiten nehmen müssen. Doch was machte die Konkurrenz in der Zwischenzeit? Sie holte nicht auf. Vielleicht ist dies ein Grund,  weshalb es Fietz beim Eurocity Marathon Messe Frankfurt am 31. Oktober noch einmal wissen will. Nachdem ein Ermüdungsbruch im rechten Fuß vollständig ausgeheilt ist, plant der 36-Jährige für Frankfurt mit einer Zeit unter 2:15 Stunden.  „Das müsste auf jeden Fall möglich sein.“ Zwei Monate musste Fietz einen Spezialstiefel tragen, erst seit Ende August steht er wieder im Lauftraining. Auf dem Rad und im Schwimmbecken hat er sich währenddessen fit gehalten, wobei ihm das Radfahren rasch „ans Herz gewachsen“ ist. „Schwimmen bedeutet für mich nur das Ertrinken verhindern.“ Die vielen verlorenen Laufeinheiten kompensierte er mit ausgedehnten Radtouren. „Jetzt bin ich mit meiner körperlichen Verfassung zufrieden.“ Zwei Mal testete er sich abschließend in Wettkämpfen über 10 Kilometer, am letzten Oktobertag 2004 sollte es dann wieder klappen mit einem guten Marathon.

 

Mit Frankfurt verbindet ihn vor allem das 97er-Rennen, als er in seinem erst dritten Marathon 2:10:59 Stunden lief - Streckenrekord. Fietz war von sich selbst damals so überrascht, dass er bei weitem nicht so schnell anlief, wie es aus heutiger Sicht wohl möglich gewesen wäre. „Damals fühlte ich mich locker, auch noch nach 30 und 35 Kilometern.“ Ab Kilometer 30 war er solo in Richtung Messe gelaufen und siegte souverän. „Nach diesem Rennen habe ich gehofft, dass ich es unter 2:10 schaffe.“ Ein Jahr später aber machte strammer Wind in Rotterdam das geplante Vorhaben zunichte. „Bis Kilometer 35 war ich in einer Gruppe, das war richtig Luxus. Es ging locker in Richtung 2:09.“ Doch heftiger Gegenwind trieb die Gruppe auseinander und bremste den Läufer aus dem Ruhrpott.  „Da gingen die Zeiten von 3:05 pro Kilometer gleich auf 3:15 runter.“ Im Ziel waren es letztlich 2:11:28 Stunden .

 

Seitdem plagten Fietz immer wieder gesundheitliche Sorgen, „seit Rotterdam hatte ich keine Saison ohne Verletzungen“. Er erinnert sich ungern an „dubiose Wadenver-härtungen“, Achillessehnenprobleme und eben jenen Ermüdungsbruch im rechten Fuß. National genügten bisweilen kurze Vorbereitungszeiten, um 2001 in Frankfurt und 2003 beim Ruhr-Marathon deutscher Meister zu werden, doch an eine Zeit wie 1997 war nicht zu denken. „Ich bin von Misere zu Misere gelaufen“, sagt Fietz, der an gute Zeiten anschließen will wie 1998 bei der EM in Budapest und 2000 in Sydney bei den Olympischen Spielen im Nationaltrikot.

 

Beim Eurocity Marathon Messe Frankfurt will er die Lücke zumindest annähernd  schließen. „Nächstes Jahr ist wieder Weltmeisterschaft, und wenn es möglich ist, würde ich mich gerne qualifizieren.“ Dies bedeutet, einen Marathon um 2:12 laufen zu können. Der Schalke-Fan sitzt privat gerne auf der Tribüne der Arena und fiebert als Dauerkarten-Inhaber mit. „In der letzten Saison habe ich nur eine Halbzeit verpasst“, sagt er.





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