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Kenianischer Doppelsieg beim Mainova Frankfurt Marathon
 
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30.10.2022 

 

Start zum Marathon-Lauf in Frankfurt

 
Brimin Misoi und Selly Kaptich trotzen hohen Temperaturen mit starken Leistungen / Hendrik Pfeiffer auf tollem siebten Platz / Corinna Coenning √ľberraschend beste Deutsche / Stimmungsvolle R√ľckkehr des √§ltesten deutschen Stadtmarathon

 
Der Mainova Frankfurt Marathon ist nach zweij√§hriger Unterbrechung als gro√ües Lauf-Festival zur√ľckgekehrt. √úber 11.700 Marathonl√§ufer hatten f√ľr die volle Distanz von 42,195 Kilometer gemeldet, insgesamt hat das Frankfurter Laufwochenende in allen Wettbewerben 20.551 Menschen bewegt. √úber 300.000 Zuschauer s√§umten bei sonnigem, fast sp√§tsommerlichen Wetter am Sonntag die Strecke. "Es ist uns gelungen, ein sch√∂nes Comeback auf die Stra√üen Frankfurts und in die Festhalle zu bringen. Wir hatten viele Herausforderungen zu meistern und sind sehr gl√ľcklich √ľber diesen Tag", sagte Renndirektor Jo Schindler. "Beim Meldeergebnis sind wir insgesamt zur√ľck in der alten Gr√∂√üe. Das freut uns sehr."
 
In starken Elitefeldern setzten sich Brimin Misoi und Selly Kaptich durch ? ein kenianischer Doppelsieg bei der 39. Ausgabe des Laufklassikers am Main. W√§hrend dem 33-j√§hrigen Misoi ein √úberraschungserfolg mit einer pers√∂nlichen Bestzeit von 2:06:11 Stunden gelang, jubelte mit der 37-j√§hrigen Kaptich in 2:23:11 eine der Top-Favoritinnen in der vollbesetzten Festhalle. Eine hervorragende Platzierung erreichte Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid), der als Siebter ins Ziel lief, jedoch mit 2:11:28 die angestrebte Zeit unter 2:10 Stunden verpasste. Als beste Deutsche kam √ľberraschend Corinna Coenning (TSV Glems) auf Rang zehn mit einer pers√∂nlichen Bestzeit von 2:40:48 ins Ziel.
 
Bei sehr warmen Temperaturen von in der Spitze 20 Grad im Schatten im Schlussteil des Rennens und direkter Sonneneinstrahlung konnten fast alle Elitel√§ufer ihr Tempo nicht mehr halten und verloren deutlich an Zeit. Das sp√§tsommerlich warme Wetter zog √ľber 300.000 Zuschauer Fans und Zuschauer an die Strecke, um die Teilnehmer anzufeuern.
 
Christoph Kopp, Sportlicher Leiter des Mainova Frankfurt Marathons, war mit dem Ergebnis der Topathleten nicht ganz zufrieden: "Bei den M√§nnern war zur Halbzeit eine gro√üe Gruppe in einem Tempo zusammen, das f√ľr einige zu schnell war. Die Frauen haben sich nicht an unsere Empfehlung f√ľr einen vorsichtigeren Beginn gehalten. Qualit√§t war sicher vorhanden, aber unvern√ľnftige Renngestaltung und die Temperaturen haben nicht mehr m√∂glich gemacht."
 
Renndirektor Schindler sagte: "Die Athleten sind noch bei guten Bedingungen losgelaufen. Bis √ľber den Halbmarathon hinaus waren sie gut unterwegs, dann wurde es m√ľhsam in der Sonne. Mein Respekt und meine Hochachtung f√ľr alle, die ins Ziel gekommen sind. Es ist ein gutes Ergebnis, aber es war mehr Potenzial im Rennen vorhanden."
 
Ferdinand Huhle, Bereichsleiter Konzernkommunikation bei der Mainova AG: "Wir haben ein tolles Sportfest und sehr viel Freude erlebt. Herzlichen Gl√ľckwunsch an alle, die ins Ziel gekommen sind. Es war sehr viele Energie und Emotion in Frankfurt zu sp√ľren. Wir blicken schon mit gro√üer Vorfreude auf das 40. Jubil√§um im n√§chsten Jahr."
 

Brimin Misoi gewinnt den Marathon in 2:06:11 Stunden

 
Das Rennen der Männer

 
Dass die schnelle Frankfurter Strecke zu H√∂chstleistungen animiert, zeigt, dass die drei ersten M√§nner im Ziel allesamt pers√∂nliche Bestzeiten erzielten. Lange Zeit lief eine gro√üe Spitzengruppe in der geplanten Geschwindigkeit f√ľr eine Zeit um 2:06 Stunden. Kurz nach Kilometer 25 √ľbernahm Brimin Misoi gemeinsam mit Samwel Mailu die Initiative. Dieser Tempoversch√§rfung konnte niemand folgen - und pl√∂tzlich schien sogar eine Zeit von 2:04 Stunden m√∂glich. Die steigenden Temperaturen bremsten Misoi ab Kilometer 37 zwar ein, er lief aber ungef√§hrdet als umjubelter Sieger in 2:06:11 Stunden in der Festhalle ein. "Ich habe erwartet, dass ich gewinnen werde. Meine Form war gut. Die Strecke ist hervorragend, ich kann hier sicher noch schneller laufen", sagte er. Seine bisherige pers√∂nliche Bestzeit von 2:08:41, die er unl√§ngst beim Marathon in der H√∂henlage von Nairobi erzielte, konnte er um zweieinhalb Minuten verbessern.
 
Misois Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Landsmann Samwel Mailu war deutlich. Dieser jubelte nach 2:07:19 Stunden √ľber ein gl√§nzendes Marathondeb√ľt. Mehr als 30 Kilometer lang hatte er f√ľr Misoi und die Spitzengruppe perfekte Arbeit als Tempomacher geleistet. Ab dann lief er auf eigene Rechnung und brachte ein tolles Ergebnis ins Ziel. Drei Halbmarathonresultate waren bisher von ihm bekannt, alle drei aus dem Jahr 2022. Dabei siegte er in Hamburg (61:52), Dodoma (Tansania, 62:04) und in Klagenfurt (61:47). "Das Resultat von Samwel war eine √úberraschung, keine Frage. Er hatte aber schon am Vortag angefragt, ob er auch durchlaufen darf", sagte Christoph Kopp.
 
Der √Ąthiopier Derese Ulfata komplettierte an dritter Stelle in 2:07:30 das Podest. Er hatte zuvor eine Bestzeit von 2:08:42 vom Rom Marathon 2021 stehen. Zwischenzeitlich lag Ulfata bereits vor Mailu an zweiter Stelle. Dieser holte sich auf den letzten Kilometern jedoch den zweiten Platz zur√ľck.
 

Bester Deutscher wurde Hendrik Pfeiffer. Er lief mit 2:11:28 auf Platz 6

 
Als bester deutscher L√§ufer zeigte Hendrik Pfeiffer ein starkes Rennen, das er auf dem siebten Platz beendete, das drittbeste Resultat seiner Karriere. "Ich bin megagl√ľcklich und zufrieden. Es war ein tolles Erlebnis, das ein sch√∂nes Marathonjahr abrundet", sagte Pfeiffer, der bei den Europameisterschaften in M√ľnchen im August Platz 24 belegte und dabei mit dem deutschen Team die Silbermedaille in der Europa-Cup-Wertung gewann. Das Ziel, erstmals die Marke von 2:10 Stunden zu unterbieten, gelang angesichts der Temperaturen nicht. "Auf der zweiten H√§lfte habe ich Zeit verloren, aber ich habe nicht resigniert, weil ich immer wieder L√§ufer √ľberholt habe. Das hat mich motiviert. Es wurde von Kilometer zu Kilometer w√§rmer. Da kann man nichts dagegen tun. Die letzten 10 Kilometer haben sehr weh getan. Die Ank√ľndigung, eine 2:09er Zeit zu erreichen, war realistisch, die Form war da."
 
Filimon Abraham (LG Telis Finanz Regensburg) war zunächst gemeinsam mit Hendrik Pfeiffer auf Kurs zu einer Zeit unter 2:10 Stunden. Er verlor jedoch in der zweiten Rennhälfte den Anschluss an Pfeiffer und musste nach der 30-km-Marke aufgeben.
 

Bei den Frauen gewann die Kenianerin Selly Kaptich in 2:23:11 Stunden

 
Das Rennen der Frauen

 
Die Frauen an der Spitze liefen lange Zeit ein sehr hohes Tempo, so dass sich die Zwischenzeiten zeitweise im Bereich des Streckenrekordes und sogar auch deutlich darunter bewegten. Die Kenianerin Valary Aiyabei hatte die Kursbestzeit von 2:19:10 vor drei Jahren aufgestellt und damit die nach wie vor einzige Zeit unter 2:20 Stunden in Frankfurt erreicht. Selly Kaptich, die mit einer Bestzeit von 2:21:06 die L√§uferin mit der schnellsten Bestzeit im Feld war, lief von Beginn an unmittelbar hinter den drei Tempomachern und erreichte die Halbmarathonmarke nach 69:40 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hielten noch die √Ąthiopierinnen Atalel Anmut Dargie und Yoshi Chekole mit. Etwas weiter hinten erreichte eine sechsk√∂pfige Gruppe von Verfolgerinnen mit der Marathon-WM-Zweiten von 2015, Helah Kiprop (Kenia) diese Marke in viel versprechenden 70:34.
 
Doch schon wenige Kilometer sp√§ter √§nderte sich das Bild an der Spitze und es gab eine Vorentscheidung. Zun√§chst konnte Dargie nicht mehr Schritt halten. Als dann Kaptich das Tempo ab der 25-km-Marke (1:22:27 Stunden) erh√∂hte, war auch Chekole geschlagen. Den folgenden 5-km-Abschnitt lief Selly Kaptich in superschnellen 16:18 Minuten - ein Tempo das gut w√§re f√ľr eine Zeit von unter 2:18 Stunden. Ihre 30-km-Zwischenzeit von 1:38:45 deutete dann bereits auf eine Zielzeit von knapp unter 2:19 hin. Doch kurz darauf sah es so aus, als h√§tte man bei Selly Kaptich den Stecker gezogen. Sie konnte ihr Tempo nicht mehr halten und wurde immer langsamer. Da sie jedoch einen gro√üen Vorsprung hatte und auch ihre Verfolgerinnen bei den hohen Temperaturen Schwierigkeiten bekamen, rettete sie trotz Kilometerzeiten, die teils nahe an 4:00 Minuten lagen, noch den Vorsprung ins Ziel.
 
Hinter ihr hatte sich auf den letzten Kilometern Helah Kiprop noch auf Rang zwei geschoben. Die Kenianerin lief am Ende nach 2:24:40 vor ihrer drittplatzierten Landsfrau Jackline Chepngeno (2:25:14) ins Ziel. Als Vierte folgte die f√ľr Italien startende Sofia Yaremchuk in 2:25:36. "Es war ein gro√üer Tag f√ľr mich. Die Stimmung an der Strecke war hervorragend. Ich denke, ich k√∂nnte hier den Streckenrekord brechen, wenn ich im n√§chsten Jahr noch einmal hier starten k√∂nnte und das Wetter etwas k√ľhler w√§re", sagte Selly Kaptich.
 

Beste Deutsche wurde Corinna Coenning. Sie lief mit 2:40:48 auf Platz 10

 
Nach den Ausf√§llen von Laura Hottenrott kurz vor dem Rennen und Thea Heim w√§hrend des Laufes - sie gab das Rennen nach 30 Kilometern auf, nachdem ihr zuvor schwindlig war - lief √ľberraschend Corinna Coenning (TSV Glems) auf Rang zehn mit einer pers√∂nlichen Bestzeit von 2:40:48. "Ich h√§tte nat√ľrlich nie erwartet, dass ich hier beste deutsche L√§uferin sein w√ľrde. Ich bin super zufrieden und freue mich √ľber meine Bestzeit", sagte die 31-J√§hrige, die Vollzeit als Lehrerin f√ľr Mathematik und Sport arbeitet und erst ihren dritten Marathon gelaufen ist.
 
 
Ergebnisse 39. Mainova Frankfurt Marathon

Männer:

1. Brimin Misoi KEN 2:06:11

2. Samwel Mailu KEN 2:07:19

3. Deresa Ulfata ETH 2:07:30

4. Balew Yihunie Derseh ETH 2:09:21

5. Martin Kosgey KEN 2:10:22

6. Bonface Kiplimo KEN 2:11:08

7. Hendrik Pfeiffer GER 2:11:28

8. Stephen Mugambi KEN 2:11:34

9. Merhawi Ghebreslasie ERI 2:12:34

10. Justino da Silva BRA 2:12:41



Frauen:

1. Selly Kaptich KEN 2:23:11

2. Helah Kiprop KEN 2:24:40

3. Jackline Chepngeno KEN 2:25:14

4. Sofia Yaremchuk ITA 2:25:36

5. Caroline Jepchirchir KEN 2:27:58

6. Sardana Trofimova KGZ 2:28:50

7. Meseret Alemu ETH 2:29:21

8. Martha Akeno KEN 2:36:33

9. Rebecca Lonedo ITA 2:39:54

10. Corinna Coenning GER 2:40:48

 



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Autor und Copyright: Alexander Westhoff f√ľr Laufen-in-Koeln
Fotos: Mainova Frankfurt Marathon