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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Sport und Bekleidung, Feuchtetransport
 
 
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21.03.2002  

 
 

Saugende Fasern (Naturfasern)
Früher glaubte man, die Textilfaser selbst solle den Schweiß direkt von der Haut aufsaugen und ihn damit „puffern". Bei porösen Fasern wie Baumwolle sickert das Schweißwasser in die Faserhohlräume ein, die sich wie ein Schwamm mit der Feuchtigkeit voll saugen. Zieht man beispielsweise morgens ein frisches Unterhemd und ein Sweatshirt aus Baumwolle an, so gilt zunächst die im oberen Teilbild dargestellte Lage: die Poren, die „Luftkanäle" zwischen den Textilfasern, sind weit geöffnet, so dass der Luftaustausch zwischen Microklima und Außenluft gut funktioniert. Nach dem Weg zum Arbeitsplatz und nach einigen Stunden leichter Büroarbeit zeigt nun das mittlere Teilbild die inzwischen veränderte Situation: die Fasern sind durch Schweißaufnahme gequollen, wodurch die freien Porenquerschnitte enger geworden sind. Noch findet zwar ein Luftaustausch statt, aber er ist weniger effektiv.
Nach längerem, intensivem Schwitzen ist die Feuchtespeicherkapazität der Faser überschritten. Jetzt sind die Fasern so aufgequollen, dass die Poren, die „Dunstabzüge" zwischen den Fasern, völlig verschlossen sind, der Schweiß rinnt in Strömen am Körper herab, ohne seine wichtige
Kühlwirkung voll entfalten zu können. Das Unterhemd klebt wie ein kaltfeuchter Umschlag am Oberkörper. Durch die Rückfeuchtung auf die Haut wird dieser wertvolle Trockungswärme entzogen: die Muskulatur kühlt ab — ein gerade für den Sportler höchst unerwünschter Effekt.

Leitende Fasern (Chemiefasern)
Aus diesen Gründen lehnen heute viele Bekleidungsphysiologen und Sportmediziner Naturfasern für Sportswear ab. Moderne Chemiefasern wie Polyester oder Polyamid lösen dieses „hautnahe" Problem nämlich sehr viel überzeugender: sie nehmen kein Schweißwasser auf, weil die Fasern „massiv" und damit nicht porös sind. An ihnen perlt das Schweißwasser ebenso ab wie das Regenwasser von einem Acryllack am Auto.
Da die Fasern nicht quellen, bleiben auch die Poren stets optimal weit geöffnet. Der Luftaustausch zwischen feuchtwarmem Mikroklima und frischer Außenluft funktioniert (daher der Begriff „funktionelle Kleidung" für Textilien aus Hochleistungs-Chemiefasern). Durch die kapillare Saugwirkung der Porenkanäle wird die Schweißfeuchte direkt in die nächste Kleidungsschicht abgeleitet bzw. von dort nach außen weitertransportiert, wo sie durch Luftströmungen rasch verdunstet. Die Haut bleibt folglich angenehm trocken und warm.

Microfasergewebe
Hierbei handelt es sich um eine Sport- und Freizeitkleidung, die aus mehrfach schlingenförmig aufgebauten Geweben aus Spezialfasern besteht. Mikrofasern sind ausschließlich Chemiefasern, sie sind 3mal feiner als die feinste Seidenfaser. Mit weniger als 3 kg Faden ließe sich die ganze Welt umspannen. Aufgrund der extrem hohen Dichte der Gewebe können Regen, Schnee und Zugluft nicht eindringen, während die winzigen Schweißdampfmoleküle mit Leichtigkeit von innen nach außen durchschlüpfen.




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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