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Sindelfingen: Tobias Unger heiĂź auf Titelverteidigung
 
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26.01.2005 

 

Gleich zwei Einzeltitel - über 60 und 200 Meter - will Tobias Unger am 19. und 20. Februar bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Sindelfingen verteidigen. „Das ist gar keine Frage“, sagt er hochmotiviert, „allerdings haben wir kein Wunschkonzert. Ich freue mich auf das direkte Duell mit Sebastian Ernst. Das spornt mich besonders an und ist eine Herausforderung.“
 
Zunächst einmal will sich der Olympia-Siebte über 200 Meter vor allem von Rennen zu Rennen steigern. Seine nächsten Starts sind bei den Meetings in Stuttgart (29.1.), Leipzig (6.2.) und Karlsruhe (13.2.) geplant.
 
Die Norm über 200 Meter hat er für die Hallen-EM in Madrid (4. bis 6. März) bereits in der Tasche. „Es ist schön, dass ich die Zeit bereits gelaufen bin und dass es bisher in der neuen Hallensaison nach Maß läuft.“ Im Hinblick auf die kontinentalen Titelkämpfe hält er sich mit Prognosen allerdings noch zurück: „Es wäre natürlich schön, eine Medaille zu gewinnen, aber es wird nicht einfach.“
 
Die Entwicklung im deutschen Männersprint bewertet er positiv: „Es ist insgesamt erfreulich, dass wir wieder eine gute Rolle spielen. Noch vor Jahren hätte keiner daran geglaubt, dass wir 20,90 Sekunden über 200 Meter laufen können, jetzt werden solche Zeiten schon als Selbstverständlichkeit aufgefasst.“
 
Weitere Impulse erhofft er sich durchaus von den Strukturveränderungen im Verband. „Ich glaube schon, dass diese greifen werden. Aber man kann nicht erwarten, dass es schon in zwei, drei Monaten steil bergauf geht. Es macht aber auch keinen Sinn, die Schuld immer nur beim DLV zu suchen. Die Athleten müssen sich auch an die eigene Nase fassen.“
 
Immer wieder wird Tobias Unger, der seit dem Wintersemester Sportmanagement studiert und momentan ein Haus baut, auf einen Abstecher zu den 400 Metern angesprochen. Dazu meint er schmunzelnd: „Bisher habe ich mich noch erfolgreich gegen diese Distanz gewehrt, aber ich weiß nicht, ob ich das noch lange durchhalte.“
 
An den Erfolgen des Hallen-WM-Dritten des letzten Jahres hat vor allem Trainer Micky Corucle einen immensen Anteil. „Ich bin sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit“, sagt der 25-Jährige, „ich muss nur das umsetzen, was er mir vorgibt, um Erfolg zu haben. Achtzig bis neunzig Prozent sind reine Trainingsarbeit, dazu kommen die mentale Stärke und die Ernährung.“
 
Sein Ziel ist es für dieses Jahr, sich in der Weltspitze festzubeissen. „Ich kann nur hoffen, dass es dort weitergeht, wo es im letzten Jahr aufgehört hat, denn die Olympiasaison war wirklich gut.“ Freuen dürfen sich die Leichtathletik-Fans in Deutschland und ganz besonders in Sindelfingen, wo im Februar die nationalen Titel vergeben werden, auf die erfrischend schnellbeinigen Auftritte von Tobias Unger, der unheimlich gerne in der Halle läuft, in jedem Fall schon jetzt.
 





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