Laufen.NRW (KŲln)
Das Łberregionale Online-Magazin im Rheinland
‹ber 6.500 Beitršge zu allen Themen rund um den Laufsport

DRUCK-VERSION 20.12.2008

 

 
 

Nicht selten bekommen Ehrenamtler f√ľr ihr Engagement viel √Ąrger ...
 
Laufen-in-Koeln >> Rund um's Laufen >> Tipps und Infos zum Thema Laufen >> Artikel

18.01.2002 

 

Fast an jedem Wochenende bietet ein Veranstalter f√ľr die Laufbegeisterten einen Lauf an. Was f√ľr viele wie eine Selbstverst√§ndlichkeit aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als harte Arbeit f√ľr meist ehrenamtlich T√§tige.
Findet diese Arbeit denn auch geb√ľhrend Anerkennung?
Nicht selten kommt es vor, dass einige Anbieter f√ľr ihren ehrenamtlichen Einsatz nicht nur √Ąrger erfahren, sondern auch noch mit zus√§tzlichen Schwierigkeiten, oder gar einer Anzeige bestraft werden.

Stellvertretend f√ľr derartige Geschichten soll folgender Artikel vorgestellt werden:

Um es vorweg zu nehmen, mit dem folgenden Bericht soll keine Partei f√ľr eine bestimmte Person ergriffen werden. Es soll lediglich ein Sachverhalt dargestellt werden. Der Leser m√∂ge sich daher sein eigenes Urteil bilden. Das Beispiel wurde deshalb ausgew√§hlt, da die Geschichte im vergangenen Jahr schon ausf√ľhrlich in der Presse behandelt wurde.


Zusammen mit 160 freiwilligen Helfern veranstaltet der K√∂nigsforst-Marathon e.V. jedes Jahr seine Laufveranstaltung, zu der mehr als tausend Teilnehmer kommen. Alle Organisatoren und Helfer arbeiten unentgeltlich. Eventuelle √úbersch√ľsse aus der Veranstaltung werden sozialen Zwecken zugef√ľhrt. Doch die Lauffreunde waren nicht allein. Sie wurden von einem wachsamen Auge beobachtet. Ein Beamter der dort anwesenden Autobahnpolizei, der √ľbrigens nicht f√ľr Kontrollen von √∂ffentlichen Veranstaltungen wie des Marathons zust√§ndig ist, scheint sich f√ľr seine Beobachtungen viel Zeit genommen zu haben. Nach Beendigung der Veranstaltung fand Manfred Blasberg eine Anzeige in seinem Briefkasten vor, in der ihm mehrere Punkte vorgeworfen wurden:

- An einer Stra√üenm√ľndung h√§tten keine Aufsichtspersonen gestanden
¬†¬† Blasberg weist dies energisch zur√ľck

- Es sei niemand abgestellt worden, der die Einhaltung eines zus√§tzlichen Halteverbot √ľberwacht h√§tte
   Blasberg: "Den ganzen Tag stand da ein Posten."

- Vor einer gewissen Einm√ľndung h√§tten sich keine Ordner befunden
  Blasberg: "Dazu gab es doch gar keine Auflage der Stadt".

- Die aufgestellte Beschilderung sei nicht "unverz√ľglich" entfernt worden
   Blasberg: Die Straßen waren 20 Minuten vor verstreichen der Frist wieder frei

- Die Warnleuchten waren nicht mit rotem  Dauerlicht beleuchtet
¬†¬† Blasberg: "Ein Irrtum, solche Sachen haben wir √ľberhaupt nicht benutzt"

Hierf√ľr bekommt er erstmal 50 Mark Verwarngeld aufgebrummt. Begr√ľndet wird dies damit, er habe nicht daf√ľr gesorgt, dass die Verkehrsvorschriften/Auflagen befolgt wurden. Man entscheidet sich zu zahlen, aber erbittet um eine Kl√§rung, was man falsch gemacht h√§tte, bzw. was man im n√§chsten Jahr besser machen k√∂nnte. Die Antwort: "Nichts habe man falsch gemacht". Bei der Bu√ügeldstelle ist man ratlos, weshalb Blasberg bezahlen soll. Die wiederum fragt nun bei der Autobahnpolizei nach und bittet um Stellungnahme. Die Zahlungsfrist der Verwarnung verstreicht und wird zu einem Bu√ügeldbescheid von nun 86 Mark umgewandelt. Blasberg legt Einspruch ein und die Geschichte landet bei der Staatsanwaltschaft K√∂ln. Diese leitet die Strafsache weiter ans Amtsgericht Bensberg, wo er eine Ladung erh√§lt. Doch kurz vor dem Termin wird die Verhandlung ohne n√§here Begr√ľndung aufgehoben. Das Verfahren gegen Blasberg wurde eingestellt, er muss die Strafe nicht zahlen.

Grund zur Freude? Herr Blasberg bleibt auf 650,76 Mark Anwaltskosten sitzen ... wegen eines √ľbereifrigen Beamten und einer bl√∂dsinnigen Anzeige.

 

Manfred Blasberg engagiert sich als Ehrenamtler und hat durch sein Engagement viel √Ąrger bekommen.

Letztes Jahr nahmen 1700 Sportler am Königsforst-Marathon teil.

Bild:
Manfred Blasberg mit seiner Frau Ursula




__________________________________
Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln