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Das sollten Sie als kultivierter Severinsläufer wissen - Teil 1 |
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Historische Sehenswürdigkeiten entlang
der Laufstrecke des ASICS-Dauerlauf im Severinsviertel
Wissenswertes rund um die Vringspooz (Startbereich)
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Severinstorburg |
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Die Severinstorburg (Severinus
= der Strenge), auch Vringspooz oder einfach Severinstor genannt, ist eine von
drei erhalten gebliebenen Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer von
Köln.
Neben dem Severinstor gibt es
heute noch die Eigelsteintorburg und die Hahnentorburg. Im Gegensatz zu diesen
sind am Severinstor noch mehrere Meter der anschließenden Stadtmauer erhalten.
Die Severinstorburg, ein Teil
der mittelalterlichen Stadtmauer, ist neben St. Severin das Wahrzeichen der
Südstadt von Köln. Etwa in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde sie
erbaut und galt als wichtiger strategischer Standpunkt, denn sie schützte
mehrere Klöster. Um das 15. Jahrhundert herum wurden zusätzlich noch
Geschützkammern zugefügt.
1327 wurde hier von Kaiser
Ludwig von Bayern und seiner Gattin Margarete von Holland ein achttägiges
Turnier eröffnet. 1235 begrüßte die Stadt Prinzessin Isabella von England,
Gattin von Kaiser Friedrich II, am Severinstor.
Nach der Schleifung der
Stadtmauern Ende des 19. Jahrhunderts beherbergte das Tor ein Naturkundemuseum,
später ein Hygienemuseum. In der Zeit des Nationalsozialismus beheimatete der
Turm die Kölner Hitler-Jugend. 1979 wurde es zu einem Bürgerzentrum umgebaut, in
dem man Räume anmieten kann. Eine Karnevalsgruppe spielt jedes Jahr zu
Weiberfastnacht die Sage des Jan von Werth vor dem Severinstor nach.
Gelegentlich der Erdarbeiten
für die Nord-Süd-Strecke der U-Bahn wurden im Juli 2005 die Grundmauern des
Bollwerks vor der Severins-Torburg gefunden. Diese Festungsanlage, in der
zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet und eine der modernsten ihrer
Zeit, erhielt später den Namen Bastion II St. Severin. Das Bollwerk wurde um
1474 in Erwartung eines Angriffes der Truppen des burgundischen Herzogs Karl der
Kühne zum Schutz des Severinstores errichtet. Der Herzog wollte Erzbischof
Ruprecht beistehen, der sich als Herrscher Kölns sah und die Selbständigkeit der
Stadt in Frage stellte. Dieser modernisierte angesichts der Kriegsgefahr die
Stadtmauern. Das vor dem Stadttor errichtete Bollwerk sollte das Tor vor
Artilleriefeuer schützen. Köln wurde damals nicht angegriffen und aufgrund
seiner Rolle im Neusser Krieg von Kaiser Friedrich III. das
Reichsstadtprivileg verliehen. Im Zuge der Stadterneuerung des 19. Jahrhunderts
wurde die Bastion abgerissen und der untere Teil zugeschüttet. Die mit 4,50
Meter starken Mauern errichtete Anlage war 20 Meter lang und 16 Meter breit. Die
ausgegrabenen Grundmauern will die Stadt Köln abreißen und in der Nähe des
ursprünglichen Standortes erneut errichten.
Heute ist die Severinstorburg
offizieller Trauort der Stadt Köln. Die Räumlichkeiten - Bürger- und
Severinsstube, sowie der Turmsaal - können für private Feiern gemietet werden.
Jan von Werth
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Schild an der
Severinstorburg mit der Sage des Jan von Werth
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Das Reiterkorps Jan von Werth
e.V. erinnert in jedem Jahr an Weiberfastnacht mit seinem "Spiel an der
Vringspooz" an die Geschichte von Jan und Griet, die der Kölner Dichter Carl
Cramer um 1837 schrieb.
Jan war ein armer Knecht, der sich in die
Magd Griet verliebt hatte. Da sich Griet aber eine bessere Partie als den armen
Knecht Jan vorstellen konnte, lehnte sie sein Werben und seinen Heiratsantrag
ab. Jan, von der Ablehnung schwer getroffen, ließ sich von einem Werber, der
gerade im Ort war, für die Armee anwerben und zog in den Krieg. Da Jan ein
tüchtiger Soldat und das Glück ihm hold war konnte er bis zum General aufsteigen
und mehrere Siege erringen. Nach dem Sieg über die Feste Hermannstein zieht er
im Triumphzug durch das Severinstor mit seinen Truppen in Köln ein. Dabei
entdeckt er auf dem Markt seine große Liebe Griet, die dort an einem Bauernstand
Obst feil bot. Er lenkt sein Pferd auf Ihren Stand zu, steigt ab, zieht seinen
Hut und sagt zur Ihr: "Griet, wer et hätt jedonn!" (Griet, wenn du es doch getan
hättest!) Und sie antwortet ihm: "Jan, wer et hätt jewoss!" (Jan, wenn ich es
gewusst hätte!) Er steigt daraufhin wieder auf sein Pferd und reitet davon.
Die Severinstraße
Die heutige
Severinstraße, an der die Kirche St. Severin gelegen ist, war in römischer Zeit
die nach Bonn führende südliche Ausfallstraße. Zu beiden Seiten der Straße
befanden sich im direkten Umfeld der Stadt Begräbnisstätten (eines der hier
gefundenen Grabmale, das des Poblicius, findet sich heute neben dem
Dionysosmosaik im Römisch-Germanischen Museum).
St. Severin, eine der romanischen Kirchen Kölns im Herzen der Kölner Südstadt
(Zielbereich)
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St.
Severin |
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Im Herzen der Kölner Südstadt, an der
belebten Einkaufsmeile Severinstraße gelegen, ragt sie aus "ihrem" Stadtteil,
dem Severinsviertel (die Kölner sagen "Vringsveedel") weithin sichtbar hervor.
Namenspatron ist der dritte Kölner Bischof Severin (346-349), zu dessen Ehren
die ehemalige Stiftskirche in mehreren Bauperioden bis zum 10. Jahrhundert
errichtet wurde.
Die Pfeilerbasilika St. Severin
ist eine ehemalige Stiftskirche. Sie wurde in ihrem heutigen Erscheinungsbild
nach dem 2. Weltkrieg wieder errichtet. Grundlage war die vom 9. bis zum 15.
Jahrhundert während verschiedener Bauphasen erbaute romanischen Kirche. Der hoch
aufragende zweigeschossige Westturm mit Knickhelm ist in spätgotischem Stil
Nachfolger eines romanischen Turms. Zum dreischiffigen Langhaus hin ist er
offen. Zwischen dem ebenfalls zweigeschossigen Langhaus mit Netzgewölbe und dem
Chor ist ein Querhaus eingefügt. Der spätromanische Chor ist zweigeschossig und
wird außen von einer Zwerggalerie abgeschlossen. Flankiert ist er von zwei
Türmen, die spätgotische Aufbauten tragen. Innen ist der Chor mit einem Muster
aus schwarzem und gelbem Marmor ausgelegt. Reste des früheren Kreuzgangs
befinden sich am Pfarrgebäude.
Die Innenausstattung der
Basilika ist trotz herber Verluste in der Vergangenheit und während des Krieges
noch reich. Neben dem Severinsschrein aus dem frühen 19. Jahrhundert (das
Original aus dem 11. Jahrhundert wurde 1798 zur Begleichung der Kriegslasten zu
Gunsten der napoleonischen Besatzung eingeschmolzen) beherbergt sie ein
Chorgestühl aus dem späten 13. Jahrhundert, einen Wandtabernakel des frühen 17.
Jahrhunderts und einen in das 14. Jahrhundert datierten Reliquienschrank. Die
Severinslegende, gemalt vom Meister von St. Severin, findet sich in der Kirche
ebenso wie zwei ihm zugeschriebene Altarflügel mit Heiligendarstellungen. Nahe
dem Westturm ist im südlichen Seitenschiff außerdem ein romanisches Glasfenster
erhalten. Das Pestkreuz im südlichen Querschiff stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Und schließlich befindet sich in der Marienkapelle eine Pieta des 15.
Jahrhunderts.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Quelle: Wikipedia Enzyklopedie
Fotos: Irene Bendhiba
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