Laufen.NRW (K÷ln)
Das Řberregionale Online-Magazin im Rheinland
▄ber 6.500 Beitrńge zu allen Themen rund um den Laufsport

DRUCK-VERSION 20.12.2008

 

 
 

Das sollten Sie als kultivierter Severinsl├Ąufer wissen - Teil 2
 
Laufen-in-Koeln >> Laufveranstaltungen >> NetCologne Dauerlauf im Severinsviertel >> Artikel

25.04.2006 

 

Historische Sehensw├╝rdigkeiten entlang der Laufstrecke des ASICS-Dauerlauf im Severinsviertel
 
Der Bottm├╝hlenturm am Severinsvall
 
 
 
M├╝hle auf dem Bott (Aquarall v. J. Schneider 1887)  

Auf dem Severinsvall, ferner in der Mitte der Mauerstrecke zwischen Bayenturm und Severinstor steht der Bott, ein 1550/52 durch Alexander Pasqualini angelegte 1584 eingefriedigte Wallplattform an der Innenseite der Mauer. 1645 diente der Bott und der darauf errichtete Bottm├╝hlenturm als besonderer St├╝tzpunkt der Verteidigungslinie.
 
Dieser Turm wurde um 1677/78 von Stadtsteinmetz Andreas von G├╝lich durch eine Bockwindm├╝hle ersetzt. Mit vier Geschossen, deren unteres auf Mauerh├Âhe den M├╝hlengang tr├Ągt, aus Basaltmauerwerk mit Tuffsteinschichten, Rundbogentor und Rundbogenfenstern und einem Rundbogenfries unter dem Zeltdach, nach oben stark verj├╝ngt, fr├╝her 15,50 m hoch, jetzt um ein Gescho├č erh├Âht und mit einer Plattform abgeschlossen sowie mit Wasserspeiern und Bogengliederungen geschm├╝ckt.
 
Zwischen 1828 bis 1921 wechselte mehrmals den Besitzer. 1879 und 1883 wurde sie vom damaligen Besitzer Jakob Flammersheim instandgesetzt und ausgebaut. So erhielt sie zwei neue Lustt├╝rmchen auf der alten Mauer und ein Einfahrtstor.1921 ging der Bottm├╝hlenturm wieder in den Besitz der Stadt K├Âln ├╝ber.
 
Nach dem Krieg wurde sie st├Ąndiger Standort der Jugendgruppe ┬ôDie Falken┬ö, einer Organisation der Sozialistischen Jugend Deutschlands.




Johann-Baptist-Kirche (948)
   
 

Johann-Baptist-Kirche

 

Die Johann-Baptist-Kirche in der Severinsstra├če ist eine der ├Ąltesten Kirchen in K├Âln; sie wurde 948 erstmalig erw├Ąhnt und geh├Ârt streng genommen zu den romanischen Kirchen der Stadt. Der Turm sowie das moderne Kirchenschiff sind nach der fast g├Ąnzlichen Zerst├Ârung der Kirche im 2. Weltkrieg unter Verwendung der noch in Resten vorhanden Bausubstanz aus dem 13. Jahrhundert in den 1950er Jahren entstanden.
 
Im Jahr 2004 geriet der 44 Meter hohen Kirchturm von Johann Baptist f├╝r einige Zeit als ┬äSchiefer Turm von K├Âln┬ô in die Schlagzeilen, als er sich am 29. September um 77 Zentimeter in Westrichtung neigte, nachdem am Vortag ein Versorgungsschacht f├╝r die im Bau befindliche Nord-S├╝d-Stadtbahn in 14 Meter Tiefe unter der Kirche vorgetrieben wurde.
 
 
 
   
Um ein Kippen des Kirchturms zu verhindern, wurde er mit sechs Stahltr├Ągern abgest├╝tzt. Nachdem auch die Hohlr├Ąume unter dem Turm mit Beton verf├╝llt wurden, konnte die benachbarte Severinsbr├╝cke, die aus Sicherheitsgr├╝nden gesperrt worden war, am 4. Oktober 2004 wieder f├╝r den Verkehr freigegeben werden.
 
Nach erstellten Gutachten h├Ątte der Turm ohne die angebrachten St├╝tzen so stehen bleiben k├Ânnen. Der Kirchenvorstand der Gemeinde stimmte jedoch der Wiederaufrichtung des Turmes zu, was urspr├╝nglich bis zum Weltjugendtag 2005 geschehen sollte; verwirklicht wurden die Pl├Ąne jedoch erst am 26. Oktober 2005, als der Turm mithilfe von Hydraulikpressen wieder geradegerichtet wurde. Die Westseite des Turms wurde dazu in kontrollierten 10-mm-Schritten um 13,5 Zentimeter angehoben.



St. Georg

  
 

St. Georg

 

St. Georg steht an der Stelle einer vor den r├Âmischen Mauern gelegenen r├Âmischen Polizeistation, von wo aus der Verkehr zwischen Bonn und dem S├╝dtor der Kolonie ├╝berwacht wurde. Sp├Ąter wurde das Geb├Ąude zu einer Kapelle umgebaut und im 11. Jahrhundert kommt es unter Erzbischof Anno (1056-1075) in der vor den Mauern liegenden Gemarkung Oversburg zum Bau einer dreischiffigen S├Ąulenbasilika samt Querbau. Die Seitenschiffe des Querbaus besa├čen Tonnengew├Âlbe, w├Ąhrend das Langhaus von einer Holzdecke abgeschlossen wurde. Der urspr├╝ngliche Westchor muss schlie├člich etwa einhundert Jahre sp├Ąter einem repr├Ąsentativen Westbau weichen, der allerdings nicht nach den urspr├╝nglichen Pl├Ąnen abgeschlossen wurde. Noch heute lassen sich in dem in die Stra├če hineinragenden Bau die Ans├Ątze f├╝r eine Zwerggalerie erkennen. Weitere Bauphasen waren der Renaissance und dem Barock geschuldet. Die n├Ârdliche Vorhalle wurde 1551/52 errichtet und verband St. Georg mit der fr├╝her benachbarten Pfarrkirche St. Jakob. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Kirche wegen drohender Einsturzgefahr von 1928 bis 1930 gr├╝ndlich saniert.
   
   
Die urspr├╝ngliche romanische Farbigkeit wurde nicht wieder hergestellt, sondern dem aktuellen Zeitgeist entsprechend innen schlicht gewei├čt. Aus dieser Bauphase stammen die farbigen Fenster Thorn-Prikkers. Die s├╝dliche Renaissancevorhalle von 1536 fiel den Bomben des 2. Weltkriegs zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Dem ebenfalls zerst├Ârten barocken Dach des Westbaus folgte in der Zeit des Wiederaufbaus der Kirche ein schmuckloses Pyramidendach.
 
Zur sehenswerten Ausstattung von St. Georg geh├Ârt das im Chor h├Ąngende Christuskreuz von 1070 und das Altarbild von Barthel Bruyn dem J├╝ngeren aus dem 16. Jahrhundert im s├╝dlichen Querschiff. Auf der R├╝ckseite des rechten Bildfl├╝gels sind die Patrone der Basilika, St. Caesarius und St. Georg, dargestellt. Im Zentrum steht eine Beweinung Christi. Im Westbau befindet sich das ausdrucksstarke Pestkreuz des 14. Jahrhunderts. Aus der ersten H├Ąlfte des 20. Jahrhundert stammen die farbigen Fenster Jan Thorn-Prickers.

 




__________________________________
Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Quelle: Wikipedia Enzyklopedie