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1490 Aktive trotzten Regen und Hagel beim 22. ASICS-Dauerlauf |
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Schützend hält
Veranstalter Georg Herkenrath den Schirm über Bürgermeisterin Elfi
Scho-Antwerpes, die gerade den Startschuss abgibt. |
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Es war schon ein gewaltiges
Teilnehmerfeld, dass sich am 30. April 2006 vor der Severins-Torburg zum 22.
ASICS-Dauerlauf in der Kölner Südstadt einfand. Knapp 1490 Läuferinnen und
Läufer waren es in diesem Jahr, die den 3,3km langen Rundkurs 3 Mal
hintereinander absolvierten. Knapp 200 weniger als letztes Jahr. Das lag aber
weitgehend eher an den störenden Baumaßnahmen entlang der Strecke und die überlange
Winterperiode, die die Hobbyläufer erst jetzt so langsam aus dem Winterschlaf zu
wecken scheint. Auch war es zugegeben ein ziemlicher Schönheitsfleck, dass der
Start eher neben, statt traditionell unter der Torburg abgehalten wurde. Dafür
gab es für alle Teilnehmer in den Startunterlagen eine kleine Überraschung.
Statt eines Hemdes gab es eine wertvolle Stirnlampe, auf dass man auch im
Dunkels als Läufer den Weg nicht
aus den Augen verlieren möge. Fast hätte man sie ja zum Wettkampf gleich anziehen
können, denn als Punkt 12:00 Uhr die Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes den
Startschuss gab, zogen dunkle
Wolken auf und es setzten kurzweilige Regenschauer ein. Auch zur
Siegerehrung im Anschluss sanken die Temperaturen nochmals kräftig in die Tiefe,
als ein Hagelschauer einsetzte. Dennoch war es wieder eine schöne
Erinnerung, nur dass man die Erbsensuppe nach dem Lauf diesmal unter einem
schützenden Verdeck einnehmen musste.
Eine schöne bleibende
Erinnerung hatte mit Sicherheit auch wieder die große Kindergruppe, die für
ihren Verein nierenkranker Kinder warben und in Anwesenheit ihrer Schirmherrin
Elfi Scho-Antwerpes im Ziel jeweils eine Medaille überreicht bekamen.
Eine Medaille gab es hingegen für die
anderen Teilnehmer nicht. Denn beim ASICS-Dauerlauf bekommen die Erstplazierten
aller Altersklassen einen großen Geschenkkorb überreicht. "Das finde ich total
prima. Pokale und Medaillen habe ich schon genug. Mit so einem großen, schweren
Geschenkkorb voller guten Gaben kann ich wesentlich mehr anfangen", lobt Werner
Christophel des TSV Weiss-Köln die Geste vom Veranstalter, der mit 42:58 Minuten
in der Altersklasse M70 den ersten Platz belegte.

Die Mutter aller Schlachten, unter den zwei schnellsten Kölnern
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Salvatore di
Dio und Carsten von Kuk unmittelbar nach dem Start. |
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Letztes Jahr während des 9. Ford
Köln-Marathon gab es bezüglich des Titels "Kölner Stadtmeister" im Ziel eine
heftige Auseinandersetzung. Der Kölner
Express gab den etwas giftigen Dialog zwischen dem Düsseldorfer Salvatore di Dio und
Kölner Carsten von Kuk mit einer Sprechblase wieder: "Ich bin schnellster
Kölner" und der Antwort: "Wieso, Du bist doch Düsseldorfer". Das ist nun schon
einige Monate her. Am Sonntag trafen nun die beiden Läufer erstmalig wieder zu
einem Lauf zusammen. - Mittlerweise ist die Frage bezüglich der
Städtezugehörigkeit geklärt. Salvatore di Dio ist bei der Stadt Köln gemeldet
und wird dort als solcher geführt. Somit war die Frage der Städtezugehörigkeit
im Vorfeld dieses Rennens schon
mal geklärt und die Frage nach dem schnellsten
Kölner konnte in eine neue
Runde gehen.
Direkt nach dem Start setzten
sich die beiden Topläufer mit immer größer werdendem Abstand von der Masse ab
und
die erste Rund wurde ein einsamer Kampf, Mann gegen Mann. Doch bereits
Anfang der zweiten Runde wurde die Endscheidung schon gefällt. Durch einen geschickten
Schwenk in die Kurve gewann von Kuk ein paar Meter Abstand zu di Dio. Einen
Abstand, den Salvatore aufgrund einer Fersenverletzung kräftemäßig nicht
nachkommen konnte. Im weiteren Verlauf der 3,3km-Runde traf die Spitze auf das
Ende der Läuferschar und di Dio musste im Gegensatz zu von Kuk aufwendige
Überholmanöver auf sich nehmen und den Weg frei bahnen. Der Abstand zwischen
beiden wurde dadurch immer größer. Carsten von Kuk erreichte nach 31:45 Minuten
als Sieger des 22. Asics-Dauerlauf das Ziel. Salvatore di Dio folgte ihm fast
eine Minute später mit einer Zeit von 32:38 Minuten. Im Ziel gaben sich beide
Läufer gegenseitig gratulierend und anerkennend die Hand.
Unachtsamkeit kostete Yvonne Wagner den zweiten Platz
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Jeannine
Hagedorn (1691) übernimmt das Frauenfeld. Yvonne Wagner (657) übernimmt
die Verfolgung. Tanja Pesch (1196) schaut sich das Ganze erstmal aus der
dritten Reihe an, bevor sie zum Überholmanöver ansetzt. |
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Bei den Frauen war die Gewinnerin
theoretisch schon vor dem Start ausgemacht. Entweder würde es Jeannine Hagedorn
vom TV Refrath oder Yvonne Wagner sein, wobei man Hagedorn die größeren Chancen
zurechnete. Das zeigte sich auch in der ersten Runde. Jeannine Hagedorn übernahm
siegessicher die Führung des Frauenfeldes. Yvonne Wagner nahm die Verfolgung
auf. Doch auch schon wie bei den Männern, verloren sich die beiden dann im
Getümmel der anderen Läufer ab der zweiten Runde aus den Augen. Yvonne Wagner
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brauchte eigentlich nur noch gradewegs das Tempo zu halten, um sich den zweiten
Platz zu sichern. Was sie allerdings nicht mitbekam war, dass ihr Tanja Pesch
vom TUS Kreuzweingarten-Rheder seit dem Start unaufhörlich an den Fersen hing.
Unauffällig gekleidet, jagte sie Yvonne Wagner hinterher und nutzte im Getümmel
der späteren zweiten Runde ihre Chance sie unentdeckt zu überholen. Nachdem Jeannine
Hagedorn nach 37:45 Minuten die Ziellinie überquerte, wartete alles auf Frau
Wagner. Doch nach 38:20 Minuten, die große Überraschung, die bisher unbekannte
Dame aus der Eifel war einfach schneller. Das musste ebenfalls Yvonne Wagner
überrascht feststellen, als sie nach 38:55 Minuten als Dritte das Ziel
erreichte.
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Bastian
Mucha (Platz 3), Carsten von Kuk (Platz 1), Salvator de Dio (Platz 2) |
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Tanja Pesch
(Platz 2), Jeannine Hagedorn (Platz 1), Yvonne Wagner (Platz 3) |
Auch der Letzte kommt ins Ziel, nur später
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Gaby
Tuchscherer
lief für den Handelshof das Rennen ihres Lebens. |
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Man muss nicht immer unter den
Ersten sein, Hauptsache es macht Spaß und man ist dabei. Das verkörperten die
Maratönnchen, wie sie sich Ute Mönning, Erika Steiger und Regina Kattau nannten
ganz besonders. In der Dreiergruppe genossen sie jeden Meter und Zuruf auf der
Strecke und kosteten jede Minute voll aus. Dass sie einer der Letzten des
Rennens waren, war ihnen dabei völlig egal. Breitensport macht's möglich, beim
Zieleinlauf nach 1:12:38 Stunden wurden sie noch genauso stürmisch von den
Zuschauern begrüßt, wie die Ersten. Besonders hart traf das Schicksal jedoch
Gaby Tuchscherer. Nach der zweiten Runde wollte sie den Lauf völlig entkräftet
aufgeben und ins Ziel einlaufen. Doch daran hinderten sie die Ordner. "Hier
müssen drei Runden gelaufen werden", bekam sie zu hören. Etwas eingeschüchtert
machte sich die Dame nun auf die nächste Runde und die wurde für sie zur großen
Herausforderung. Schon ziemlich blass im Gesicht und den Besenwagen im
Nacken, biss sie die Zähne zusammen und setzte einen Fuß vor den anderen. Nur
die Harten kommen in den Garten, zu der nun auch Gaby Tuchscherer gehört. Nach
über über 1 Stunde und 18 Minuten war auch sie eine Siegerin. Hoffentlich weiß das auch der
Handelshof zu schätzen, für den sie lief.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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