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Marita
Köllner - Et fussich Julche |
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Über 700.000 Zuschauer sollen am
vergangenen Sonntag das muntere Treiben an der Strecke des 10. Ford
Köln-Marathon verfolgt haben. Kein Wunder, denn ganz nach dem
Veranstaltungsmotto lief ja auch ganz Köln. Ganz Köln? Nein, nicht alle! Denn
das kölsche Original Marita Köllner, bekannt als "Et fussich Julche"
beispielsweise, hatte noch nicht einmal Grund zur Freunde. Schon gar nicht zum
Mitfeiern. Eigentlich unverständlich, wo Marita Köllner sich in der
Öffentlichkeit doch als das Kölner Mädel mir Herz ausgibt und somit volles
Verständnis dafür haben müsste, wenn in Köln die Party abgeht. Aber nein, et
Julche ist richtig wütend!
Der Grund des Ärgernisses: "Der
Marathon in Köln ist ja eine tolle Idee, aber durch die Absperrungen werden die
Bewohner der Innenstadt verdammt zur totalen Isolation", erklärt die Kölnerin.
Und nun hat sie einen dicken Hals, et Julche, bis zum geht nicht mehr. "Meine
Auftritte habe ich nur mit Verspätung einhalten können". Ihrer Erkenntnis nach
soll es kaum möglich gewesen sein, aus ihrem Wohngebiet entfliehen zu können.
"Immer wieder stand ich vor Straßensperren ... selbst als kein Läufer mehr kam
... wurde reguros die Absperrung eingehalten ... wir haben minutenlang vor einer
Absperrung am Barbarossaplatz gestanden ... keiner kam gelaufen ... ich bin
ausgerastet ... eigentlich bin ich die Ruhe selber... aber da reichte es mir" Zwischendurch soll es aber
auch nette Ordner gegeben haben, die sie dann endlich bei freier Strecke
durchließ. Und somit hat es wohl eine geschlagene Stunde gedauert, bis et Julche
endlich an ihrem Auftrittsort vor den Toren Kölns, in Hürth-Gleul ankam. Ebenso lange und mühselig
gestaltete sich auch die Rückkehr wieder nach Hause.
Und nun fragt sich et Julche:
"Muss denn eine ganze Stadt lahm gelegt werden? Für mich der Flop des Tages.
Denkt doch auch mal an die Anwohner. Ich brauche kein Leben im Ghetto."
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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