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Detlev Ackermann

 
   
 
 

real,- BERLIN-MARATHON Top-Favorit "Haile Gebreselassie (2:05:56)"
 
 
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29.09.2007  

 
 

Karriere-Überblick

Haile Gebrselassie gehört zu den größten Läufern aller Zeiten. Er steht in einer Reihe mit dem Finnen Paavo Nurmi oder dem Tschechen Emil Zatopek – vielleicht ist Haile Gebrselassie sogar die Nummer eins. „Ich bin hier für das nächste Ziel“, sagt er bei einer von adidas veranstalteten Pressekonferenz in Berlin. In der deutschen Hauptstadt wird der 34-jährige Äthiopier am Sonntag als Vorjahressieger beim real,- BERLINMARATHON an den Start gehen. Das Ziel ist klar: Gebrselassie möchte den Weltrekord seines großen Rivalen Paul Tergat brechen. Der Kenianer war in Berlin vor vier Jahren 2:04:55 Stunden gelaufen. „Ich habe Berlin gewählt, weil ich hier die beste Strecke habe und hervorragende Zuschauerunterstützung – Berlin ist wundervoll“, sagt Haile Gebrselassie, der in seiner Karriere bisher zweimal Olympiasieger über 10.000 Meter war und viermal Weltmeister über diese Distanz wurde. Im vergangenen Jahr gewann er den real,- BERLIN-MARATHON in der Jahresweltbestzeit sowie äthiopischen Rekordzeit von 2:05:56 Stunden und verpasste die Marke von Tergat lediglich um 61 Sekunden. „Im letzten Jahr hatte ich auf den letzten drei Kilometern Probleme. Ich hatte zwischen Kilometer 30 und 35 sehr hart Tempo gemacht, das war ein Fehler.“ Dennoch stieg er mit seinem Sieg in Berlin 2006 auf zum fünftschnellsten Marathonläufer aller Zeiten. Das ist bis heute die siebtbeste Zeit aller Zeiten.

Nur gut zwei Monate später startete Haile Gebrselassie bereits bei seinem nächsten Marathon: In Fukuoka gewann er in 2:06:52 und schaffte damit ein Novum – nie zuvor war ein Marathonläufer in einem so kurzen Zeitraum zweimal unter 2:07 Stunden gelaufen. Bereits 2005 war er als Sieger von Amsterdam mit 2:06:20 Stunden der schnellste Läufer des Jahres weltweit über die klassischen 42,195 km.

Doch in diesem Frühjahr scheiterte Haile Gebrselassie einmal mehr beim Flora London-Marathon. Dort war er 2002 seinen ersten ernsthaften Marathon gelaufen – schon damals wurde viel spekuliert über einen möglichen Weltrekord. Am Ende wurde der Äthiopier Dritter in 2:06:35 Stunden. 2006 kam er nach London zurück und lief im Regen „das schlechteste Rennen meiner Karriere“. Auf den teilweise rutschigen Straßen hatte der Vorfußläufer ebrselassie Balanceprobleme. Als Neunter kam er nach 2:09:05 Stunden ins Ziel. Dieses Jahr wurde es wieder nichts in London. „Ich konnte plötzlich nicht mehr atmen, deswegen musste ich aufgeben. Das war sehr schade, besonders natürlich für mich. Ich konnte die Nacht danach nicht schlafen – und London verfolgt mich immer noch“, erzählt Haile Gebrselassie, wie es zu dem Ausstieg in London kam. Später wurde bei ihm eine Pollenallergie diagnostiziert. „Ich habe in den letzten Monaten eine Reihe von Allergietests gemacht. Aber das Gute am real,- BERLIN-MARATHON ist auch, dass es hier zu dieser Zeit keine Pollen gibt.“

„Ich fühle, dass ich in Berlin etwas Besonderes erreichen kann“, sagt Haile Gebrselassie, der sein Trainingspensum in Addis Abeba auf rund 250 Kilometer pro Woche erhöht hat. Um auf den letzten Kilometern des Marathons stärker zu sein, erhöhte er am Ende seiner Trainingsläufe die Geschwindigkeit. Zählt man einen ersten Versuch im Alter von 15 Jahren hinzu – Haile lief damals in Addis Abeba etwa 2:48 Stunden – wird dieser real,- BERLIN-MARATHON sein achtes Rennen über die 42,195 km.

Anfang August rannte er beim New-York- Halbmarathon ein letztes Testrennen und gewann überlegen in der Weltklassezeit von 59:24 Minuten. „Gemessen an der schweren Strecke war das eine prima Zeit. Die ersten elf Kilometer führten durch den hügeligen Central Park – ganz ehrlich, wenn ich auf einer flachen Strecke gerannt wäre, wäre ich glatte 58 Minuten gelaufen.“ Der Weltrekord steht derzeit bei 58:33. „Zum Glück ist Berlin nicht der Central Park.“ Zuvor zeigte Haile Gebrselassie ausgezeichnete Form auf der Bahn: Dabei erzielte er mit 26:52,81 Minuten im Mai in Hengelo eine Weltklassezeit über 10.000 m. Wenige Wochen später verbesserte er dann in Ostrava den Weltrekord im Stundenlauf auf 21.285 Meter. Auf dem Weg zu dieser Bestleistung brach er auch die Weltbestzeit über 20.000 m. Diese Marke hatte er nach 56:25,98 Minuten passiert. Alle diese Bahnrennen lief er zudem ohne Spikes, um seine Achillessehne zu schonen. Für den äthiopischen Ausnahmeläufer waren es in Ostrava die Weltrekorde Nummer 22 und 23. Eine weitere Bestzeit, die er über 25 km vor gut einem Jahr aufgestellt hatte, konnte offiziell aus technischen Gründen nicht anerkannt werden.

Wenn Haile Gebrselassie am 30. September in Berlin zumindest eine Jahresweltbestzeit erreichen würde (2:07:19 Stunden), die bis zum Jahresende bestehen bleiben würde, hätte er eine geschichtsträchtige Leistung vollbracht. Denn dann wäre er im dritten Jahr in Folge der schnellste Marathonläufer der Welt. Dieses Kunststück gelang zuletzt dem Russen Sergey Popov zwischen 1957 und ‘59.

Geburtstag: 18. April 1973

Persönliche Bestzeit: 2:05:56 (Berlin, 2006)

Weitere Marathon-Höhepunkte
03.12.2006 Fukuoka Marathon, 1st (2:06:52)
16.10.2005 Amsterdam Marathon, 1st (2:06:20)

Weltrekorde und Weltbestzeiten
1 12:56,96 5.000 m Hengelo 1994
2 8:07,46 * 2 Meilen Kerkrade 1995
3 26:43,53 10.000 m Hengelo 1995
4 12:44,39 5.000 m Zürich 1995
5 13:10,98 5.000 m Sindelfingen (i) 1996
6 7:30,72 3.000 m Stuttgart (i) 1996
7 12:59,04 5.000 m Stockholm (i) 1997
8 8:01,08 * 2 Meilen Hengelo 1997
9 26:31,32 10.000 m Oslo 1997
10 12:41,86 5.000 m Zürich 1997
11 7:26,14 3.000 m Karlsruhe (i) 1998
12 4:52,86 * 2.000 m Birmingham (i) 1998
13 26:22,75 10.000 m Hengelo 1998
14 12:39,36 5.000 m Helsinki 1998
15 12:50,38 5.000 m Birmingham (i) 1999
16 27:02 10 10 km Doha 2002
17 8:04,69 * 2 Meilen Birmingham (i) 2003
18 41:22 ** 15 km Tilburg 2005
19 44:23 * 10 Meilen Tilburg 2005
20 55:48 20 km Tempe (US) 2006
21 58:55 Halbmarathon Tempe (US) 2006
22 56:25,98 20.000 m Ostrava 2007
23 21.285 m Stundenlauf Ostrava 2007

(i) Halle
* IAAF listet hier keine Weltrekorde
** keine offizielle Zeitnahme




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Autor und Copyright: real,- BERLIN-MARATHON

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