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Detlev Ackermann

 
   
 
 

42,195km Lauferlebnis durch das Trollinger Wein-Anbaugebiet
 
 
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11.06.2002  

 
 

Als Hauptstadt des Weines im Anbaugebiet Württemberg ist Heilbronn mit seinen 510 Hektar Rebfläche eine der größten Weinbaugemeinden Deutschlands. Genau hier befand sich auch der Start und Ziel des Trollinger-Marathon in seiner 2. Auflage. Anders als z.B. die großen "City"-Marathons Frankfurt und Berlin führt die Strecke durch eine liebliche Naturlandschaft auf kleinen Straßen und Wegen. Diese Andersartigkeit eines Marathons ist der Reiz und fand schon letztes Jahr viel Lob durch die ersten Teilnehmer dieses von Rebbergen begleiteten Laufs. Ganz im Mittelpunkt stand der "Trollinger" - das schwäbische Nationalgetränk - wenn es um Wein geht. Als Vorbild für diesen Lauf stand der bekannte Médoc-Marathon. Kostümierung, Weinproben und Landschaftslauf sollten auch dieses Jahr wieder für eine gelungene Veranstaltung sorgen.

Mit guter Stimmung ging es am Start schon los. Dort spielte der Spielmanns- und Fanfarenzug Böckingen. Nur einer der insgesamt 4 Musikkapellen, die die Läufer entlang der Strecke begleiten sollten und für beste Stimmung sorgten.
Bei idealem Laufwetter viel pünktlich 8:30 der Startschuss zum Marathon. Angetreten waren 3978 Läuferinnen und Läufer und bildeten somit gleich einen neuen Teilnehmerrekord von über 1250 Laufbegeisterten. 56 Prozent der Teilnehmer kamen aus der Region Heilbronn, wobei der große "Rest" aus ganz Deutschland und aus dem Ausland angereist war. 28 verschiedene Nationalitäten waren vertreten. In der Minderheit waren jedoch immer noch die Kostümierten. Somit lag man hierbei im Vergleich zu Médoc noch weit ab. Vorbildlich zu diesem Thema zeigten sich somit die Läufer und Läuferinnen Oskar Altendorf, Ulrike Endrulat, Erich Knura, Horst Löser aus dem Köln/Bergisch-Gladbacher Raum. Sie liefen als Clown verkleidet. Aber auch aufwendige Kostüme, wie z.B. als Weinfass verkleidet, konnten bewundert werden. Ein Blickfang, der für eine Marathonveranstaltung sicherlich etwas ungewöhnlich ist, aber zum Thema und zum Motto des Marathon zum mitmachen animieren sollte. Zumal für die originellste Kostümierung auch ein Einkaufsgutschein ausgeschrieben war.



Ab km 5 verlies man langsam die Stadtgrenze von Heilbronn und ging nun über in den großen Landschaftslauf. Die anspruchsvolle Strecke führte im großen ganzen durch die wundervolle Landschaft und direkt vorbei an den Reben. Auf den Höhen zeigte sich immer wieder eine schöne Aussicht über Deutschlands Rotweinregion Nummer 1 und lud zum innehalten ein. Trollinger-Marathon, ein Streckenverlauf, der alles andere als langweilig ist. Entweder passiert man einen landschaftlich reizvollen Abschnitt, durchlief malerische, romantische Weinorte oder wurde anderweitig unterhalten. Somit passierte man z.B. das Lemberger-Tor auf dem Gelände der Weingärtnergenossenschaft Brackenheim. Bei km 10 erreichten die Marathonis den höchsten Punkt der Strecke, der bei 266m lag. Eine Höhendifferenz von ca. 100m. Eine besondere Herausforderung wartete jedoch nach 25km auf den Läufer. Ein knackiger Anstieg bei Neipperg.
Aber nicht nur der Sport stand im Vordergrund, nein, es galt ja auch dem Trollinger zu gedenken. Somit luden vereinzelt kleine Stände zu einer Weinprobe ein. Auch hier lag man dem französischen Vorbild noch weit hinterher. Im Vergleich zum Vorjahr war jedoch eine Verbesserung des Angebotes zu erkennen.

 
Die Streckenversorgung zeigte sich äußerst vorbildlich. Alle 2.5 km eine Wasserstelle, an der es Wasser und Apfelschorle gab. Ein Angebot, dass sich bestens bewährt hat. Gerade die Apfelschorle dürfte wohl bei vielen das Erfrischungsgetränk gewesen sein. Verpflegungsstationen waren alle 5km eingerichtet. Hier gab es zusätzlich noch Obst und Schwämme. An den Versorgungsstellen selber, wurde immer für ausreichend Nachschub gesorgt. Somit kam auch, insbesondere an engen Passagen kein größeres Gedränge auf.
 
Für einen Landschaftslauf ungewöhnlich zeigte sich die große Resonanz der Bevölkerung. Zehntausende Zuschauer säumten den Weg von Heilbronn durch die Weinlandschaften an Neckar und Zaber nach Brackenheim und zurück. Mit riesigen Rasseln machten sie kräftig Krach, hauten auf Töpfe, applaudierten und trieben die Läuferschar somit mächtig an. Gerade an den Aufstiegen innerhalb der Ortschaften hatte man kurzfristig das Gefühl, auf einmal Flügel bekommen zu haben. Für musikalische Unterhaltung sorgten Musikkapellen in den Orten Klingenberg, Horkheim und Böckingen. Fürsorgliche Zuschauer stellten sogar zusätzliche Versorgungsstellen oder sorgten mittels einer Sprenkelanlage aus dem Gartenschlauch für eine willkommene Abkühlung.
 
Sportliche Akzente setzte zum Schluss der Zieleinlauf, der sich im Frankenstadion befand. Hier musste noch eine Dreiviertelrund gelaufen werden, bevor man als erfolgreicher Finisher seine verdiente Medaille umgehängt bekam.
 
Dem Marathon entsprechend gab es auch besondere Preise. Die Gesamtsieger bekamen neben Geldpreisen und Pokal auch ihr Körpergewicht in Wein aufgewogen. Aber auch die drei originellsten Kostümierungen wurden bedacht. Sie bekamen einen Einkaufsgutschein.
 
Der Trollinger-Marathon, der in seiner Art dem Vorbild zwar noch kräftig hinterherläuft aber hierfür gute Ansätze zeigt, darf für sich betrachtet dennoch als überaus gelungen bezeichnet werden. Ein Event das sich vor allem auch außerhalb der Weinregion positiv herumsprechen wird.

 

Sieger Marathon
 
1     Bauer, Christian (GER)   M35   LTG Kämpfelbach   02:32:12   02:32:12
2     Schütz, Wolfgang (GER)   M40   ULG/TV Flein   02:34:13   02:34:13
3     Wieser, Jürgen (GER)   M30   SVO Germaringen   02:34:48   02:34:48
                       
1     de Pay, Gudrun (GER)   W40   TSV Trochtelfingen   02:55:31   02:55:29
2     Alter, Julia (GER)   W30   TSV Talheim   03:06:20   03:06:19
3     Hofmann, Angelika (GER)   W40   ETSV Lauda   03:08:25   03:08:23

Sieger Halbmarathon
 
1     Wasiema, Odihambo Jackton (KEN)   M20   Reebok Team   01:09:27   01:09:24
2     Havelka, Petr (CZE)   M30   Kobras Praha   01:13:39   01:13:38
3     Stang, Christian (GER)   M30   TV Schriesheim   01:15:25   01:15:22
                       
1     Thieken, Andrea (GER)   W35   Unterländer LG   01:28:44   01:28:35
2     Friedrich, Monika (GER)   W20   DAV Ravensburg   01:30:40   01:30:38
3     Vogl, Gudrun (GER)   W50   SPVGG Renningen   01:31:03   01:30:59





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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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