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Spitzensportliche Vorschau auf den Berlin-Marathon
 
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26.09.2008 

 

 

Atmosphäre auf der Zielgeraden

 

Der 35. real,- BERLIN-MARATHON d√ľrfte einmal mehr f√ľr spitzensportliche Schlagzeilen sorgen. Vor f√ľnf Jahren kr√∂nte der Kenianer Paul Tergat das Jubil√§umsrennen in Berlin mit einem speziellen Weltrekord: Er gewann die 30. Auflage damals in 2:04:55 Stunden und erzielte die erste Zeit unter 2:05 Stunden √ľber die klassischen 42,195 km. Wenn nun das n√§chste, kleine Jubil√§um stattfindet, m√∂chte Haile Gebrselassie die erste Zeit unter 2:04 Stunden erreichen. Der √Ąthiopier hatte das Rennen vor einem Jahr auf der flachen Strecke in der Weltrekordzeit von 2:04:26 Stunden gewonnen. Das Frauenrennen dagegen hat einen anderen Schwerpunkt: Hier k√∂nnte Deutschlands neue Marathon-Weltklassel√§uferin Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) den Lauf gewinnen.
 
Haile Gebrselassie hatte sich im Fr√ľhjahr √ľberraschend gegen einen Start beim olympischen Marathon entschieden und lief stattdessen in Peking √ľber 10.000 m auf einen beachtlichen sechsten Rang. Bef√ľrchtungen, dass die m√∂glicherweise schlechte Luft in Peking bleibende Gesundheitssch√§den hinterlassen k√∂nnte, waren der Grund, warum Haile Gebrselassie sich gegen einen Marathonstart bei Olympia entschied. Davon profitiert nun der real,- BERLINMARATHON, denn mit Haile Gebrselassie startet der vielleicht beste L√§ufer aller Zeiten. Der √Ąthiopier kann am Sonntag den gr√∂√üten und spektakul√§rsten deutschen Marathon als erster Athlet zum dritten Mal in Folge gewinnen. Sein gro√ües Ziel ist dabei eine Zeit unter 2:04 Stunden, denn Gebrselassie f√ľrchtet nicht ohne Grund, dass die st√§rksten Kenianer seinen derzeitigen Weltrekord bald brechen k√∂nnten.
 
Haile Gebrselassies vielleicht st√§rkster Gegner in Berlin k√∂nnte auch am Sonntag ein Kenianer sein. Denn am Start stehen wird mit Charles Kamathi ein L√§ufer, der wei√ü, wie man die √Ąthiopier schl√§gt. Es ist jener Kamathi, der bei der WM 2001 in Edmonton √ľberraschend 10.000-m-Weltmeister wurde und die Vorherrschaft der √Ąthiopier durchbrach. Viermal in Folge hatte Haile Gebrselassie zuvor diesen WM-Titel gewonnen, nun wurde er hinter Kamathi Dritter. Der Kenianer l√§uft erst seit relativ kurzer Zeit Marathon und hat sich in diesem Jahr in Rotterdam bereits auf 2:07:33 Stunden verbessert.
 
Drei weitere L√§ufer mit Bestzeiten unter 2:08 Stunden werden in Berlin am Start sein: Gudisa Shentema (√Ąthiopien/2:07:34), Toshinari Suwa (Japan/2:07:55) und der Berlin-Sieger von 2001, Joseph Ngolepus (Kenia/2:07:57). Zu beachten sein wird unter anderen sicher auch James Kwambai (Kenia/2:10:20), der 2007 in Boston Zweiter war. Aus deutscher Sicht wird es interessant sein, ob sich Falk Cierpinski (SG Spergau) weiter steigern kann. Der Sohn des Doppel-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski hatte sich in Hamburg im April auf 2:15:48 verbessert und f√ľhrt damit die deutsche Jahresbestenliste an.
 
Ebenfalls nicht beim olympischen Marathon am Start war Irina Mikitenko ¬Ė allerdings aus anderen Gr√ľnden als Haile Gebrselassie. Die 36-J√§hrige litt in der Vorbereitung auf Peking
   

 

Haile Gebrselassie

unter einem R√ľckenproblem und konnte nicht entsprechend trainieren. So musste sie auf den Olympia-Start verzichten. Der sechs Wochen sp√§tere real,- BERLIN-MARATHON bietet Irina Mikitenko nun beste M√∂glichkeiten, ihre Erfolgsstory fortzuschreiben. Vor einem Jahr lief sie in Berlin ein starkes Deb√ľt als Zweite, im April gewann sie sensationell den Flora London-Marathon in offizieller deutscher Rekordzeit von 2:24:14 Stunden. In diesem Jahr ist Irina Mikitenko zudem noch ungeschlagen.
 
Vor einem Jahr in Berlin hatte sie sich beim Deb√ľt lediglich der √Ąthiopierin Gete Wami geschlagen geben m√ľssen. Auch am Sonntag kommt die voraussichtlich st√§rkste Gegnerin aus diesem Land: Askale Tafa. Sie steigerte sich im Januar beim Dubai-Marathon auf 2.23:23 Stunden. Doch derartige Zeitbereiche sind auf jeden Fall auch f√ľr Irina Mikitenko erreichbar. Stark einzusch√§tzen sind in Berlin zudem die beiden Kenianerinnen Rose Cheruiyot (2:25:48) und die Vorjahres-Dritte Helena Kiprop (2.26:27). Irina Mikitenko k√∂nnte die erste deutsche Siegerin des real,- BERLIN-MARATHON seit Uta Pippig 1995 werden.





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