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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Eliteläufer Haile Gebrselassie im Portrait
 
 
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26.09.2008  

 
 

 

Haile Gebrselassie

 

Haile Gebrselassie, der Weltrekordler im Marathon, ist der wohl größte Langstreckenläufer aller Zeiten
 
Geburtstag: 18. April 1973
Persönliche Bestzeit: 2:04:26 (Berlin, 2007) Weltrekord
 
Über 10.000 m gewann er vier Weltmeistertitel hintereinander (1993, 1995, 1997 und 1999) sowie die olympischen Titel 1996 und 2000. Obwohl er aufgrund einer Achillessehnenverletzung fast ein Jahr lang an keinem Rennen teilgenommen hatte, gewann er trotzdem die Bronzemedaille über 10.000 m bei der Weltmeisterschaft 2001 und wurde 2003 nach einem großartigen Rennen Zweiter hinter Kenenisa Bekele. Er gewann Silbermedaillen bei der Weltmeisterschaft 1993 über 5.000 m sowie bei der Hallen-Weltmeisterschaft 1997 über 3.000 m, bevor er bei der Hallen-WM 1999 in beeindruckender Manier doppeltes Gold über 1.500 sowie 3.000 m gewann. Einen weiteren Hallen-Weltmeistertitel sicherte er sich zudem 2003 über 3.000 m.
 
Neben seiner Goldmedaillen-Kollektion hat seine feurige Rivalität mit diversen talentierten kenianischen und marokkanischen Läufern 25 Weltrekorde oder Weltbestzeiten hervorgebracht. Von Februar 1997 bis August 2001 gewann er beeindruckende 51 Rennen hintereinander über 1.500 oder längere Strecken im Cross, auf der Straße sowie auf der Bahn (in der Halle und draußen).
 
Gebrselassie machte zuerst auf sich aufmerksam, als er einen brillanten Doppelsieg über 5.000 und 10.000 m bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1992 erzielte. Seinen ersten Weltrekord lief er 1994 in 12:56,96 über 5.000 m. Ein Jahr später lief er eine Weltbestzeit über zwei Meilen und unterbot den 10.000-m-Weltrekord in 26:43,53 um 8,7 Sekunden. Er verbesserte dann den 5.000 m Rekord auf 12:44,39.
 
Gebrselassie begann das olympische Jahr 1996 mit Hallen-Weltrekorden über 3.000 und 5.000 m und gewann ein packendes Duell über 10.000 m gegen Erzrivalen Paul Tergat (Kenia) bei Olympia in Atlanta. 1997 unterbot er den 10.000-m-Weltrekord in 26:31,32 um 6,76 Sekunden in Oslo, nachdem er zuvor eine weitere Zwei-Meilen-Weltbestzeit von 8:01,08 gelaufen war. Dann gewann er seinen dritten 10.000-m-Weltmeistertitel und verbesserte den 5.000-m-Rekord in Zürich auf 12:41,86. Seine Weltrekorde wurden jedoch erneut bereits eine Woche später von den Kenianern Daniel Komen (5.000m) und Tergat (10.000m) gebrochen. Nur wenige zweifelten, dass der kleine Äthiopier (1,64 m) diese Rekorde zurückholen würde. Genau das tat er 1998 mit 12:39,36 in Helsinki und in Hengelo mit einer Zeit von 26:22,75.
 
Daraufhin wandte sich Gebrselassie längeren Distanzen zu und gewann den Weltmeistertitel im Halbmarathon 2001 in 60:03. In Lissabon verbesserte er sich im April 2002 auf 59:41, bevor er in London sein Marathondebüt gab (abgesehen von 2:48 Stunden im Jahre 1988 im Alter von 15 Jahren), bei dem er in 2:06:35 Dritter wurde. Anschließend verpasste er die Sommersaison verletzungsbedingt, kehrte jedoch im Dezember mit einer 10-km-Straßen-Weltbestzeit von 27:02 in Doha (Katar) zurück, für die er eine Million Dollar an Siegprämie erhielt.
 
2004 konnte er seine Bestform erneut verletzungsbedingt nicht erreichen, wurde aber dennoch Fünfter bei den Olympischen Spielen über 10.000 m. 2005 stellte er in Tilburg in 44:24 eine neue Weltbestzeit über 10 Meilen auf der Straße auf (mit einer inoffiziellen Weltbestzeit von 41:22 bei der 15-km-Zwischenzeit), bevor er den äthiopischen Marathonrekord mit seinem Sieg in 2:06:20 in Amsterdam brach. Das Jahr 2006 begann er im Januar in Phoenix mit einem Weltrekord von 58:55 im Halbmarathon, bei dem er die 20-km-Marke in einer weiteren Weltrekordzeit von 55:48 passierte. Dem folgte eine Bestzeit von 1:11:37 für 25 km in den Niederlanden, obwohl diese Leistung nicht offiziell als Weltrekord anerkannt werden konnte, da nach dem Rennen kein Epo-Test durchgeführt wurde.
 
Beim real,- BERLIN-MARATHON 2006 stellte Gebrselassie eine neue persönliche Marathon-Bestzeit von 2:05:56 auf und beendete das Jahr mit einem Sieg beim prestigeträchtigen Fukuoka-Marathon in Japan in 2:06:52, nur eine Sekunde langsamer als der Streckenrekord.
 
Nachdem er beim London-Marathon das zweite Mal in seiner Karriere ein Rennen abbrechen musste, machte er das mit einem spektakulären Weltrekord in 2:04:26 im September in Berlin wieder wett. Zuvor hatte er mit 21,285 Kilometern (13 Meilen und 397 Yards) einen Bahn-Weltrekord im Stundenlauf aufgestellt und passierte die 20.000 m in einer weiteren Weltrekordzeit von 56:26.
 
Den Standard Chartered Marathon in Dubai am 18. Januar 2008 startete Gebrselassie in einem beeindruckenden Tempo (1:01:27 für die erste Hälfte). Obwohl er die zweiten 21,1 km langsamer lief (1:03:26), beendete er den Lauf in der zweitschnellsten Zeit der Geschichte, in 2:04:53.
 
Persönlicher Hintergrund
 
Gebrselassie wurde in der Provinz Arsi in ZentralÄthiopien als achtes von zehn Kindern geboren. Er wuchs auf einer Farm auf und lief täglich zehn Kilometer hin und zurück zur Schule. Dabei trug er seine Bücher unter dem Arm, was zu seinem einzigartigen Laufstil führte, der sich durch eine krumme Haltung des linken Armes auszeichnet. Seine Frau und er haben drei Töchter (Aden, Miharet, Meseret) und einen Sohn (Nathan). 1999 spielte er in einem autobiographischen Film über sein Leben („Endurance”) mit, und im Januar 2006 wurde eine Fotoausstellung über seine Karriere im National-Museum in Addis Ababa eröffnet.

Weltrekorde und Weltbestzeiten
 
 1    12:56,96    5.000 m    Hengelo 1994  
 2    8:07,46 *    2 Meilen    Kerkrade 1995  
 3    26:43,53    10.000 m    Hengelo 1995  
 4    12:44,39    5.000 m    Zürich 1995  
 5    13:10,98    5.000 m    Sindelfingen (i) 1996  
 6    7:30,72    3.000 m    Stuttgart (i) 1996  
 7    12:59,04    5.000 m    Stockholm (i) 1997  
 8    8:01,08 *    2 Meilen    Hengelo 1997  
 9    26:31,32    10.000 m    Oslo 1997  
 10  12:41,86    5.000 m    Zürich 1997  
 11  7:26,14    3.000 m    Karlsruhe (i) 1998  
 12  4:52,86 *    2.000 m    Birmingham (i) 1998  
 13  26:22,75    10.000 m    Hengelo 1998  
 14  12:39,36    5.000 m    Helsinki 1998  
 15  12:50,38    5.000 m    Birmingham (i) 1999  
 16  27:02    10 km    Doha 2002  
 17  8:04,69 *    2 Meilen    Birmingham (i) 2003  
 18  41:22 **    15 km    Tilburg 2005  
 19  44:23 *    10 Meilen    Tilburg 2005  
 20  55:48    20 km    Tempe (US) 2006  
 21  58:55    Halbmarathon  Tempe (US) 2006  
 22  56:25,98    20.000 m    Ostrava 2007  
 23  21.285 Meter  Stundenlauf    Ostrava 2007  
 25  2:04:26    Marathon    Berlin 2007  
 
(i) Halle
* IAAF listet hier keine Weltrekorde
** keine offizielle Zeitnahme




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Autor und Copyright: SSC-Events
Fotos: Mit freundlicher Unterstützung SCC-Running

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