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Leichtathletikabteilung der TFG 1878 Köln-Nippes faktisch aufgelöst |
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Ambitionierten und Breitensportlern war der traditionelle Friedenslauf beliebt. Aufgrund
von vereinsinternen Querelen kehrten Athleten dem Verein den Rücken, den
Übungsleitern wurde gekündigt, womit die Abteilung faktisch aufgelöst
ist. |
Die Leichtathletikabteilung der
Turn- und Fechtgemeinschaft 1878 Köln-Nippes ist faktisch aufgelöst, womit die
Saison 2009 leider ohne sie stattfinden wird. Vorangegangen waren lange
vereinsinterne Querelen zwischen Vorstand und Abteilung. Zum 31. Oktober hat der
Verein allen 10 Übungsleitern gekündigt. Schade ist dies
insbesondere für die vielen Kinder in Nippes, die nun keine Leichtathletik mehr
betreiben können. Zum Schluss waren 100 Kinder in der Abteilung aktiv. Neben den
Läufertagen, Kreis-Crossmeisterschaften, Vereinsmeisterschaften, war die
Abteilung insbesondere bei den Ambitionierten und Breitensportlern für die Veranstaltung des
Friedenslaufes, dem 1-Stundenlauf in Nippes, sowie als Ausrichter diverser
Laufveranstaltungen der "Kantine Köln" bekannt und beliebt. Die TFG zählte
sicher nicht zu den Großvereinen in unserem Kreis, hat sich aber dadurch
verdient gemacht, dass man, wie so viele andere kleine Vereine auch, engagiert
und mit viel Freude an der Basis arbeitete.
Der neue Vorstand entwickelte
Vorstellungen, mit denen sich die Abteilung nicht anfreunden konnte und wollte.
So verstand man es beispielsweise nicht, dass die Einnahmen des Friedenslaufes
nicht mehr einem wohltätigen Zweck, sondern ausschließlich dem Verein zugute
kommen sollte, womit man eigentlich der Philosophie des Laufes widersprechen
würde. Im Nachhinein wirft der Vorstand der Abteilung vor, man habe
entsprechende Anweisungen nicht umgesetzt und die Selbstständigkeit zu sehr
ausgereizt. Eine konstruktive Zusammenarbeit war untereinander nicht mehr
möglich und somit kam das Ganze ins Schwanken. Die Stelle für die
Abteilungsleiter blieb unbesetzt und ein Mitgliederschwund von ehemals 300 auf
weit unter 150 kam ins Rollen. Das wiederum führte zu finanziellen Problemen.
Für die Übungsleiter wäre es kein Problem gewesen, ihre Arbeit auch unter
schlechteren, finanziellen Konditionen fortzuführen, doch der Vorstand sprach
ohne ein Gespräch geführt zu haben einfach die Kündigungen aus.
Der Stadtsportbund sah damals
keinen Grund, gegen den Vorstand vorzugehen. Zum einen wollte man sich nicht in
vereinsinterne Probleme einmischen, zum anderen sah es so aus, als wolle der
Vorstand sich den strukturellen Problemen stellen und neue Trainer suchen.
Im folgenden noch ein Leserbrief von Kirsten und Arndt Fontes, bezugnehmend
auf den Artikel vom Kölner Stadtanzeiger
vom 13.11.2008
Artikel des
Kölner Stadtanzeigers, geschrieben von Steffi Machnik:
Die Leichtathleten
laufen weg
Die Eltern sind
verärgert über die Nippeser Turn- und Fechtgemeinde. Den Übungsleitern
der Leichtathletikabteilung wurde gekündigt. Zahlreiche Mädchen und
Jungen haben jetzt keinen Trainer mehr.
Nippes - Nikola Depel ist enttäuscht und verärgert. Die
Informationspolitik des Vorstands ist völlig daneben. Keiner weiß, wie
es weitergeht. So wie der Mutter des sieben Jahre alten Christopher,
der seit mehr als zwei Jahren Leichtathletik bei der Turn- und
Fechtgemeinde (TFG) betreibt, geht es vielen Eltern in Nippes. Zum 31.
Oktober hat der Verein den zehn Übungsleitern der
Leichtathletikabteilung gekündigt, die Eltern der rund hundert
betroffenen Kinder wurden nicht informiert. Seit November stehen sie vor
verschlossenen Hallentüren.
Wir wollen die
Leichtathletikabteilung nicht platt machen, versichert der
Vereinsvorsitzende Dieter Heun, aber ohne Abteilungsleiter haben wir
keinen Ansprechpartner für die Leichtathleten im Verein. Seit einem
halben Jahr ist die Stelle nicht besetzt, eine konstruktive
Zusammenarbeit mit der ehemaligen Abteilungsleitung sei nicht mehr
möglich gewesen. Da gab es erhebliche Probleme mit der Umsetzung von
Anweisungen des Vereinsvorstandes, ergänzt Heun. Ihre Selbständigkeit
hat die Leichtathletikabteilung zu sehr ausgereizt. Mitgliederschwund -
von einst 300 auf 150 - und damit auch finanzielle Probleme hatten die
Lage im Laufe des Jahres noch verschärft. Die langjährigen Übungsleiter
wollten zu schlechteren Konditionen nicht bleiben. Deshalb haben wir die
Kündigungen ausgesprochen, erklärt Heun.
Für die Eltern sind
diese strukturellen Probleme Nebensache. Sie möchten, dass das Training
in der bewährten Form fortgesetzt wird. Da werden vereinsinterne
Querelen auf dem Rücken der Kinder ausgetragen, die einfach nur Sport
treiben möchten, und es wird die Zukunft der Leichtathletik in diesem
großen Verein verspielt. Davon ist nicht nur Nikola Depel überzeugt.
Die Krise hatte in
diesem Jahr schließlich zur Folge, dass weder der traditionsreiche
Stundenlauf noch der Friedenslauf am Rhein stattfinden konnten. Wir
sind auf der Suche nach neuen Übungsleitern und konnten für die jüngsten
Kinder schon eine Studentin verpflichten, versichert Heun. Und auch
die Laufwettbewerbe wollen wir beibehalten.
Der Stadtsportbund
sieht keinen Grund, gegen den TFG-Vorstand etwas zu unternehmen. Das
ist eine vereinsinterne Angelegenheit, in die wir uns nicht einmischen
wollen. Denn wir sehen ja, dass sich der Vorstand den strukturellen
Problemen stellt und neue Trainer sucht, sagt Geschäftsführer Rolf
Kilzer.
Zahlreiche Eltern sind,
statt abzuwarten, mittlerweile einen anderen Weg gegangen und haben ihre
Kinder im TFG abgemeldet. Sie suchen sich - zusammen mit ehemaligen,
beliebten Übungsleitern - einen anderen Sportverein. |
Sehr
geehrte Damen und Herren,
als
betroffene Übungsleiter der Leichtathletik-Abteilung (LA) können wir den
vorgenannten Artikel nicht unkommentiert lassen.
Herr Heun
versichert: Wir wollen die LA nicht platt machen ? (Beachte die
Wortwahl!!!)
Was
anderes als genau dieses ist beabsichtigt, wenn allen 10 Übungsleitern ,
dem Rückgrat einer jeden Abteilung, gekündigt wird?
Und noch
einst, der Vorstand kündigte im ersten Schritt alle
Übungsleiter-Verträge, und erst im zweiten Schritt wurde eine
Weiterbeschäftigung zur Hälfte der bisherigen Aufwandsentschädigung in
Aussicht gestellt. Mit seiner Äußerung im vorgenannten Artikel verdreht
der Vorsitzende Dieter Heun die Tatsachen. Gespräche wurden mit den
Übungsleitern weder vor noch nach dieser Aktion geführt. Die Höhe des
Honorars stand für die Trainer nicht im Vordergrund. Über alles hätte
man reden können, aber Probleme in Form eines konstruktiven Gespräches
zu lösen, ist leider nicht die Art des amtierenden Vorstandes.
Seit gut
3 Jahren sucht die LA ein Gespräch mit dem Vereinsvorstand um bestehende
Unstimmigkeiten zu erörtern und um
potentielle Abteilungsleitern die Chance zu geben, zu hören, welche
Richtlinien und Anweisungen seitens des Vorstandes zu erfüllen sind.
Gerade vor
dem Hintergrund, dass es sich bei den Anweisungen ` O-Ton des ersten
Vorsitzenden ` schon mal um ein erzieherische Maßnahmen handeln
kann.
Selbst
nach dem Rücktritt des letzten Abteilungsleiters im Sommer 2008 ,
bestand seitens des Vorstandes gem. Vorstandsbeschluss vom 1.9.2008
kein
Gesprächsbedarf mit der Abteilung.
Am 12.
September flatterten dann die Kündigungen zum 31.10.2008 ins Haus.
Wir haben
die Leichtathletik in Nippes über 28 Jahre begleitet und mit gestaltet ;
zuerst als Athleten, später als Trainer und Eltern ebenfalls
leichtathleitkbegeisterter Kinder.
Auch wir
haben einen Schlussstrich gezogen und unsere Mitgliedschaft in der TFG
gekündigt . Mit diesem Vorstand ist eine offene und ehrliche
Zusammenarbeit nicht möglich.
Sehr
traurig ist, dass nun so viele Kinder erst einmal die tolle Sportart
Leichtathletik in Nippes nicht mehr ausüben können.
Viele
Grüße
Kirsten
und Arndt Fontes |
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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