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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Die neuen Strecken-Highlights zum 25. Severinslauf - Teil 7
 
 
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22.04.2009  

 
 

 

Trude Herr Park

 
Trude Herr Park
 
... nach reichlich viel Asphalt und Beton wird die grüne Lunge des Severinsviertel betreten, der Trude Herr Park. Vor dem Bürgerhaus Stollwerck gelegen, bietet die ruhige Oase viel Auslauf für Kinder und lange Sonne im Biergarten für Eltern. Die Anlage, sowie eine künstlerisch gestaltete Skulptur von Trude Herr selbst soll die Dame stets in Erinnerung rufen: "Mir verjesse Dich nit!"

Trude Herr wurde in Köln-Kalk geboren, wuchs in Köln-Mülheim auf und besuchte auch dort die Schule. Ihr Vater, Robert Herr, wurde wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei lange Zeit im Gefängnis und später auch im Konzentrationslager inhaftiert. Ihm schrieb sie auch das Lied "Papa", in dem sie sich für ihre Zeit mit ihrem Vater bedankt.
 
Trude Herr wollte unbedingt Schauspielerin werden. Sie arbeitete nach dem Krieg einige Zeit als Statistin an einer Aachener Wanderbühne und erhielt auch kleinere Rollen im Millowitsch-Theater. Hier spielte sie u. a. in dem vom Fernsehen aufgezeichneten Lustspiel Der verkaufte Großvater (1955) neben Willy Millowitsch, Elsa Scholten und Franz Schneider in einer größeren Rolle mit. 1949 gründete sie mit ihrem Freund und Mentor Gustav Schellhardt die Kölner Lustspielbühne, deren Existenz jedoch nicht von langer Dauer war. Zeit ihres Lebens war sie stolz auf dieses Projekt und erwähnte es immer wieder in Presseinterviews. Nach dem Konkurs arbeitete Trude Herr einige Zeit als Bardame im Szenelokal Barberina.
 
Mitte der 1950er Jahre trat sie zur Karnevalszeit immer wieder bei den Veranstaltungen der verschiedenen Kölner Vereine auf und
 

In Erinnerung an Trude Herr (04.04.1927-15.3.1991)

 
erntete stets großen Applaus. In ihrer Type folgte sie dabei der seit den 1920er Jahren als Varieté- und Revuesängerin bekannten Grete Fluss. Trude Herr wurde dabei von Willi Schaeffers, dem Chef des Kabaretts Tingel-Tangel entdeckt, der sie sogleich nach Berlin engagiert.
 
Von da an hatte sie ein größeres Publikum, und der Erfolg stellte sich ein. Mit dem Lied „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ aus dem Film Marina gelang ihr 1960 der Durchbruch. Sie spielte in über 30 Filmen mit, hatte zahlreiche Auftritte in Fernsehsendungen und Erfolg im Schlagergeschäft. 1969 kam nach einer Afrikareise der zum Volk der Tuareg gehörende Tunesier Ahmed M´Barek mit ihr mit, den sie dann heiratete. Doch die Ehe hielt nur bis 1976.
 
Das Volkstheater ließ sie aber nicht los. 1977 eröffnete sie auf der Severinstraße ihr „Theater im Vringsveedel“. Dort wollte sie eine volksnahe Alternative zum etablierten Millowitsch-Theater aufbauen. Ihr Bühnenpartner war in dieser Zeit Hans Künster. Ohne städtische Zuschüsse stand das Theater finanziell ständig auf schwachen Füßen. Deshalb und auch wegen zunehmender Gesundheitsprobleme wurde das Theaterexperiment Ende 1986 beendet.
 
1987 nahm sie mit dem Produzenten Thomas Brück ein Album mit internationalen Hits auf, die sie mit deutschen Texten versah. Das Lied „Niemals geht man so ganz“, das sie mit Wolfgang Niedecken (BAP) und Tommy Engel (Bläck Fööss) interpretierte, erreichte Platz 20 in den deutschen Charts. 1988 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
 
Aus gesundheitlichen Gründen zog sie auf die Fidschi-Inseln. Anfang 1991 kehrte sie mit Samuel Bawesi, ihrem Lebenspartner von den Fidschi-Inseln, nach Köln zurück. Obwohl sie wieder im Showgeschäft Fuß zu fassen schien (Sendungen bei RTL plus waren geplant), musste sie aus gesundheitlichen Gründen in den Süden ziehen. Sie zog nach Lauris, einem kleinen Dorf bei Aix-en-Provence in Südfrankreich, wo sie im März 1991 an Herzversagen starb. Sie wurde auf dem Kölner Nordfriedhof beerdigt.



 

    25. Dauerlauf im Severinsviertel




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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