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Die neuen Strecken-Highlights zum 25. Severinslauf - Teil 7 |
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Trude Herr
Park |
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Trude Herr Park
... nach reichlich viel Asphalt
und Beton wird die grüne Lunge des Severinsviertel betreten, der Trude Herr
Park. Vor dem Bürgerhaus Stollwerck gelegen, bietet die ruhige Oase viel Auslauf
für Kinder und lange Sonne im Biergarten für Eltern. Die Anlage, sowie eine
künstlerisch gestaltete Skulptur von Trude Herr selbst soll die Dame stets in
Erinnerung rufen: "Mir verjesse Dich nit!"
Trude Herr wurde in Köln-Kalk geboren, wuchs in Köln-Mülheim auf und besuchte
auch dort die Schule. Ihr Vater, Robert Herr, wurde wegen seiner Mitgliedschaft
in der Kommunistischen Partei lange Zeit im Gefängnis und später auch im
Konzentrationslager inhaftiert. Ihm schrieb sie auch das Lied "Papa", in dem sie
sich für ihre Zeit mit ihrem Vater bedankt.
Trude Herr wollte unbedingt
Schauspielerin werden. Sie arbeitete nach dem Krieg einige Zeit als Statistin an
einer Aachener Wanderbühne und erhielt auch kleinere Rollen im
Millowitsch-Theater. Hier spielte sie u. a. in dem vom Fernsehen aufgezeichneten
Lustspiel Der verkaufte Großvater (1955) neben Willy Millowitsch, Elsa Scholten
und Franz Schneider in einer größeren Rolle mit. 1949 gründete sie mit ihrem
Freund und Mentor Gustav Schellhardt die Kölner Lustspielbühne, deren Existenz
jedoch nicht von langer Dauer war. Zeit ihres Lebens war sie stolz auf dieses
Projekt und erwähnte es immer wieder in Presseinterviews. Nach dem Konkurs
arbeitete Trude Herr einige Zeit als Bardame im Szenelokal Barberina.
Mitte der 1950er Jahre trat sie
zur Karnevalszeit immer wieder bei den Veranstaltungen der verschiedenen Kölner
Vereine auf und
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In
Erinnerung an Trude Herr (04.04.1927-15.3.1991) |
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erntete stets großen Applaus. In
ihrer Type folgte sie dabei der seit den 1920er Jahren als Varieté- und
Revuesängerin bekannten Grete Fluss. Trude Herr wurde dabei von Willi
Schaeffers, dem Chef des Kabaretts Tingel-Tangel entdeckt, der sie sogleich nach
Berlin engagiert.
Von da an hatte sie ein
größeres Publikum, und der Erfolg stellte sich ein. Mit dem Lied Ich will keine
Schokolade, ich will lieber einen Mann aus dem Film Marina gelang ihr 1960 der
Durchbruch. Sie spielte in über 30 Filmen mit, hatte zahlreiche Auftritte in
Fernsehsendungen und Erfolg im Schlagergeschäft. 1969 kam nach einer Afrikareise
der zum Volk der Tuareg gehörende Tunesier Ahmed M´Barek mit ihr mit, den sie
dann heiratete. Doch die Ehe hielt nur bis 1976.
Das Volkstheater ließ sie aber
nicht los. 1977 eröffnete sie auf der Severinstraße ihr Theater im Vringsveedel.
Dort wollte sie eine volksnahe Alternative zum etablierten Millowitsch-Theater
aufbauen. Ihr Bühnenpartner war in dieser Zeit Hans Künster. Ohne städtische
Zuschüsse stand das Theater finanziell ständig auf schwachen Füßen. Deshalb und
auch wegen zunehmender Gesundheitsprobleme wurde das Theaterexperiment Ende 1986
beendet.
1987 nahm sie mit dem
Produzenten Thomas Brück ein Album mit internationalen Hits auf, die sie mit
deutschen Texten versah. Das Lied Niemals geht man so ganz, das sie mit
Wolfgang Niedecken (BAP) und Tommy Engel (Bläck Fööss) interpretierte, erreichte
Platz 20 in den deutschen Charts. 1988 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
Aus gesundheitlichen Gründen
zog sie auf die Fidschi-Inseln. Anfang 1991 kehrte sie mit Samuel Bawesi, ihrem
Lebenspartner von den Fidschi-Inseln, nach Köln zurück. Obwohl sie wieder im
Showgeschäft Fuß zu fassen schien (Sendungen bei RTL plus waren geplant), musste
sie aus gesundheitlichen Gründen in den Süden ziehen. Sie zog nach Lauris, einem
kleinen Dorf bei Aix-en-Provence in Südfrankreich, wo sie im März 1991 an
Herzversagen starb. Sie wurde auf dem Kölner Nordfriedhof beerdigt.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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