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Zum 25. Jubil├Ąum mit neuer Streckenf├╝hrung rund ums Severinsviertel
 
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27.04.2009 

 

Nach unz├Ąhligen Hiobs- und Ungl├╝cksnachrichten aus und um die Severinstra├če gab es in dem urk├Âlschen Viertel endlich wieder etwas zu feiern: Am Sonntag starteten knapp ├╝ber 1000 L├Ąuferinnen und L├Ąufer zur 25. Auflage des "Dauerlauf im Severinsviertel". Trotz der gro├čen Konkurrenz am Wochenende konnte sich die Traditionsveranstaltung gegen den Marathon in Bonn und Hamburg, dem Fr├╝hlingslauf in Frechen und Br├╝ckenlauf in D├╝sseldorf erfolgreich halten und verzeichnete keine nennenswerte Teilnehmereinbu├če. Das d├╝rfen die Initiatoren und Veranstalter Georg Herkenrath und Jochen Scheler uneingeschr├Ąnkt als Zuspruch und Kompliment verbuchen. ├ťber die "Kirmesveranstaltung" ist schon viel diskutiert worden. Kritiker bem├Ąngeln die Ungenauigkeit der Streckenl├Ąnge, fehlende Kilometrierung und die vergleichsweise hohe Startgeb├╝hr von 18 Euro. Der Severinslauf ist aber vielmehr ein Volksfest mit Wettrennen, bei dem der Spa├č vor allem im Vordergrund steht und hierf├╝r nehmen die Teilnehmer gerne manches in Kauf.
 
 
Oberb├╝rgermeister Fritz Schramma ehrt die Veranstalter zur 25. Auflage und gedenkt an das Ungl├╝ck des Archiveinsturzes.   Knapp ├╝ber 1000 L├Ąuferinnen und L├Ąufer setzen sich in Bewegung um den neuen Streckenverlauf unter die F├╝├če zu nehmen.

 
Zum 25. Mal ging es rund um das Severinsviertel. Auch wenn die Teilnehmerzahlen aufgrund der Baustellensituation und immer mehr werdenden Veranstaltungen in den letzten Jahren r├╝ckl├Ąufig wurden, geh├Ârt sie nach wie vor zu den Topveranstaltungen dieser Stadt. Zu Ehren dieses Jubil├Ąums lie├č es sich daher der Oberb├╝rgermeister Fritz Schramma nicht nehmen, seine Verbundenheit zu dem Viertel zu demonstrieren und den Machern zu dem Lauf pers├Ânlich zu gratulieren. Als Anerkennung ├╝berreichte er ihnen f├╝r ihre Leistung eine Ehrenplakette.
 
Bevor sich die L├Ąuferinnen und L├Ąufer gegen 12:00 Uhr in Bewegung setzten, lag insbesondere dem OB Schramma noch ein Thema am Herzen, n├Ąmlich die Katastrophe vom 3. M├Ąrz, dem Archiv-Einsturz, und rief zu einem Moment des Schweigens auf: "Das Ungl├╝ck sollte an diesem Morgen nicht vergessen werden". Anschlie├čend gab er den Startschuss und das laufende Volksfest konnte beginnen.
 
P├╝nktlich zum Jubil├Ąum pr├Ąsentierten die Veranstalter einen neuen Streckenverlauf. Der war aus zwei Gr├╝nden auch notwendig geworden. Zum einen war der urspr├╝ngliche Verlauf am Weidmarkt eh gesperrt, zum anderen auch auf Empfehlung der Polizei. Was lag daher n├Ąher das "Neue St├╝ck K├Âln", n├Ąmlich das Hafengel├Ąnde, in den Lauf einzubeziehen und die neuen Nachbarn laufend zu begr├╝├čen. Der Parcours wurde von den Teilnehmern positiv aufgenommen, vorbei ging es an zahlreichen und vor allem auch historischen Bauten, die vor allem viel f├╝rs Auge boten. Eines blieb jedoch nach wie vor un├╝bertroffen, die tolle Stimmung in der Severinstra├če. Hier standen die Zuschauer auf gut 150 Meter l├Ąnge beidseitig am Stra├čenrand und jubelten den Aktiven bei ihren drei Umrundungen kr├Ąftig zu.
 
 
Die neue Streckenf├╝hrung ...   ... rund um das Hafengel├Ąnde
 
In der ersten Runde ├╝bernahm Torsten Trems die F├╝hrung des L├Ąuferfeldes, dicht verfolgt von J├╝rgen Kurt, der ab der zweiten Runde dann die F├╝hrung ├╝bernahm und diese nach 34:02 Minuten erfolgreich ins Ziel brachte. Leichtes Spiel hatte die Vorjahressiegerin Jana Janine Soethout. Die starke L├Ąuferin schien es zu genie├čen, allen anderen Frauen davonzulaufen. Mit einem L├Ącheln im Gesicht verzauberte sie die Zuschauer und diese freuten sich um so mehr f├╝r sie, als sie nach 35:20 Minuten locker die Ziellinie ├╝berschritt. Hierbei empfang sie nicht nur Gl├╝ckw├╝nsche, sondern auch eine Rose, die an dem Tag jede erfolgreiche Finisherin ├╝berreicht bekam.
 
Mit dabei waren auch wieder viele Karnevalisten der letzten Sessionen, so z.B. R├╝diger Schloss (Bauer 2008) mit der Startnummer 111 und Bernd H├Âft mit der Startnummer 1111 (Prinzenf├╝hrer 2009). Ebenfalls mit dabei, eine gro├če Gruppe nierenkranker Kinder, die im Anschluss von "Schirmfrau" und B├╝rgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes gesondert f├╝r ihre sportliche Leistung geehrt wurden.
  

Immer wieder ein Erlebnis, die Stimmungsmeile in der Seveinstra├če

 
Am Ende zeigten sich jedoch einige Teilnehmer entt├Ąuscht, die 10km Strecke erwies sich als wesentlich k├╝rzer als angegeben und somit war die Freude ├╝ber die neue Bestzeit nur von kurzer Weile. Teilnehmer, die die Strecke mit GPS-Laufuhren abliefen, registrierten ein Defizit von gut 300-400 Metern. Aufgrund der von vielen gut gelaufenen Zeiten ist die Skepsis nicht ganz unbegr├╝ndet. "Es ist ja nicht so schlimm, die Strecke kann ja ruht etwas k├╝rzer sein, aber das sollte man dann auch als Veranstalter angeben", kritisiert Werner Christophel. Nach ein paar K├Âlsch und Erbsensuppe war der ├ärger aber auch schnell wieder vergessen, denn der Spa├č und positive Erlebnischarakter ├╝berwog um ein vielfaches.
 
Auf einer gro├č angelegten Siegerehrung bekamen die jeweils ersten Drei Sieger aller Altersklassen wertvolle Sachpreise wie Hotelgutscheine,  prall gef├╝llte Geschenkk├Ârbe und Sporttaschen ├╝berreicht.
 
 
Gewinnerin des 25. Dauerlauf im Severinsviertel Jana Janine Soethout l├Âscht ihren Durst mit einem leckeren Glas Reissdorf-K├Âsch.  

Georg Herkenrath und der strahlende Gewinner der 25. Auflage im Severinsviertel J├╝rgen Kurt.

Schade war allerdings nur, das insbesondere die leistungsstarken L├Ąufer der Veranstaltung in diesem Jahr fern blieben und auf anderen L├Ąufen wie in Bonn, Hamburg, Frechen und D├╝sseldorf ihr Gl├╝ck versuchten. Im n├Ąchsten Jahr werden aller Voraussicht nach der Bonn Marathon und der Severinslauf wieder auf ein und den gleichen Tag fallen. In K├Âln setzt man auf die Strategie: "Jode Fr├╝nde stonn zusamme", man wird sich also wieder sehen.





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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln