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Amtlich bewiesen: GPS-Uhren sind nicht wirklich genau - Beispiel Severinslauf |
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Unmittelbar hinter der Ziellinie
zeichnet sich seit einiger Zeit immer mehr ein völlig neues Ritual ab. Stoppte
man früher seine Stoppuhr um die gelaufene Zeit festzuhalten, so hört man nun
vermehrt "Die Strecke war zu lang", oder "Die Strecke war zu kurz". Es werden
nicht mehr unbedingt die Zeiten untereinander verglichen, sondern die ermittelte
Streckenlänge der GPS-Uhren am Handgelenk. Diese Laufcomputer arbeiten
mittlerweile recht gut, wie die Praxis aber immer wieder beweist - nicht
ausreichend genug!
In der Leichtathletik
unterscheidet man bei Laufveranstaltungen zwischen zwei Arten. Da wären einmal
die Volksläufe und zum anderen die Straßenläufe. Letzteres unterscheidet sich
dadurch, dass diese Laufveranstaltungen strengen Regeln unterliegen. Hierzu
gehört z.B. die amtliche Vermessung der Strecke durch einen offiziellen DLV
Vermesser. Bei Volksläufen gelten nicht so strenge Auflagen, sie werden meist
durch den Veranstalter in Eigenverantwortung nachgemessen. Nicht selten kommt es
vor, dass diese nicht offiziell vermessenen Strecken recht großzügig vermessen
sind. Mit anderen Worten, sie sind meist kürzer, als in der Ausschreibung
ausgewiesen. Das Problem hierbei ist, dass die Teilnehmer dem Trugschluss
unterliegen, sie wären auf der ausgewiesenen Streckenlänge in Bestzeit unterwegs
gewesen. Laufen diese Teilnehmer dann einmal auf einer offiziell vermessenen
Strecke, so kommt dann die große Ernüchterung, doch nicht so schnell zu sein.
Die 10km Laufstrecke des
"Dauerlauf im Severinsviertel" z.B. ist beim Leichtathletik-Verband als Volkslauf angemeldet und unterliegt
daher nicht so strengen Regeln, wie bei einem Straßenlauf. Seit Jahren haftet
dem Lauf somit an, die Strecke wäre in Wirklichkeit viel kürzer. In diesem Jahr
wurde dem Veranstalter sogar vorgeworfen, sie wäre zu lang gewesen. Als Beweis
werden von GPS-Uhren ermittelte Distanzen herangezogen. Was die Wenigsten
vielleicht wissen, der Veranstalter, der Dauerlauf e.V. lässt die Strecke
regelmäßig durch einen DLV Vermesser amtlich vermessen. Auch in diesem Jahr
wurde der Rundkurs amtlich vermessen, um den Teilnehmern eine exakte 10.000m
lange Strecke anzubieten. Wer auf seiner GPS-Uhr Distanzen unterhalb, oder über 10km auf
seinem Ziffernblatt hatte, ist entweder jenseits der Ideallinie gelaufen, oder
bekam aufgrund der engen Straßen und hohen Gebäude Messfehler angezeigt.
Wie man jetzt vielleicht
vermuten mag, hat der DLV Streckenvermesser, im Fall des Severinslauf war es Udo
Brandt, für seine Arbeit selbstverständlich kein GPS-Gerät eingesetzt, sondern
ein mehrfach geeichtes Messrad. Hierbei wurde das Gerät sowohl vor der Messung
geeicht, als auch nach der Messung auf Abweichungen nochmals überprüft. Dabei
wurden sogar aktuelle Temperaturen mit berücksichtigt.
Angesichts der Tatsache, dass
der Dauerlauf e.V. nicht dazu verpflichtet ist, die Strecke seiner
Laufveranstaltung amtlich vermessen zu lassen, gebührt es um so mehr Respekt für
den Einsatz, den Teilnehmern dennoch eine exakte Streckenlänge anzubieten.
Also, glauben sie nicht immer
was auf ihrer GPS-Uhr steht. Sie sind zwar gut, aber nicht wirklich 100 Prozent
genau.
Wirklich exakte Streckenlängen
finden Sie ausschließlich bei Straßenläufen vor, oder bei Volksläufen, die ein
Streckenprotokoll nachweisen können.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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