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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Amtlich bewiesen: GPS-Uhren sind nicht wirklich genau - Beispiel Severinslauf
 
 
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19.05.2010  

 
 

 
   
Unmittelbar hinter der Ziellinie zeichnet sich seit einiger Zeit immer mehr ein völlig neues Ritual ab. Stoppte man früher seine Stoppuhr um die gelaufene Zeit festzuhalten, so hört man nun vermehrt "Die Strecke war zu lang", oder "Die Strecke war zu kurz". Es werden nicht mehr unbedingt die Zeiten untereinander verglichen, sondern die ermittelte Streckenlänge der GPS-Uhren am Handgelenk. Diese Laufcomputer arbeiten mittlerweile recht gut, wie die Praxis aber immer wieder beweist - nicht ausreichend genug!
 
In der Leichtathletik unterscheidet man bei Laufveranstaltungen zwischen zwei Arten. Da wären einmal die Volksläufe und zum anderen die Straßenläufe. Letzteres unterscheidet sich dadurch, dass diese Laufveranstaltungen strengen Regeln unterliegen. Hierzu gehört z.B. die amtliche Vermessung der Strecke durch einen offiziellen DLV Vermesser. Bei Volksläufen gelten nicht so strenge Auflagen, sie werden meist durch den Veranstalter in Eigenverantwortung nachgemessen. Nicht selten kommt es vor, dass diese nicht offiziell vermessenen Strecken recht großzügig vermessen sind. Mit anderen Worten, sie sind meist kürzer, als in der Ausschreibung ausgewiesen. Das Problem hierbei ist, dass die Teilnehmer dem Trugschluss unterliegen, sie wären auf der ausgewiesenen Streckenlänge in Bestzeit unterwegs gewesen. Laufen diese Teilnehmer dann einmal auf einer offiziell vermessenen Strecke, so kommt dann die große Ernüchterung, doch nicht so schnell zu sein.
 
Die 10km Laufstrecke des "Dauerlauf im Severinsviertel" z.B. ist beim Leichtathletik-Verband als Volkslauf angemeldet und unterliegt daher nicht so strengen Regeln, wie bei einem Straßenlauf. Seit Jahren haftet dem Lauf somit an, die Strecke wäre in Wirklichkeit viel kürzer. In diesem Jahr wurde dem Veranstalter sogar vorgeworfen, sie wäre zu lang gewesen. Als Beweis werden von GPS-Uhren ermittelte Distanzen herangezogen. Was die Wenigsten vielleicht wissen, der Veranstalter, der Dauerlauf e.V. lässt die Strecke regelmäßig durch einen DLV Vermesser amtlich vermessen. Auch in diesem Jahr wurde der Rundkurs amtlich vermessen, um den Teilnehmern eine exakte 10.000m lange Strecke anzubieten. Wer auf seiner GPS-Uhr Distanzen unterhalb, oder über 10km auf seinem Ziffernblatt hatte, ist entweder jenseits der Ideallinie gelaufen, oder bekam aufgrund der engen Straßen und hohen Gebäude Messfehler angezeigt.
 
Wie man jetzt vielleicht vermuten mag, hat der DLV Streckenvermesser, im Fall des Severinslauf war es Udo Brandt, für seine Arbeit selbstverständlich kein GPS-Gerät eingesetzt, sondern ein mehrfach geeichtes Messrad. Hierbei wurde das Gerät sowohl vor der Messung geeicht, als auch nach der Messung auf Abweichungen nochmals überprüft. Dabei wurden sogar aktuelle Temperaturen mit berücksichtigt.
 
Angesichts der Tatsache, dass der Dauerlauf e.V. nicht dazu verpflichtet ist, die Strecke seiner Laufveranstaltung amtlich vermessen zu lassen, gebührt es um so mehr Respekt für den Einsatz, den Teilnehmern dennoch eine exakte Streckenlänge anzubieten.
 
Also, glauben sie nicht immer was auf ihrer GPS-Uhr steht. Sie sind zwar gut, aber nicht wirklich 100 Prozent genau.
 
Wirklich exakte Streckenlängen finden Sie ausschließlich bei Straßenläufen vor, oder bei Volksläufen, die ein Streckenprotokoll nachweisen können.
 
 
 
    Das 5seitige Vermessungsprotokoll zum 26. KVB Dauerlauf im Severinsviertel




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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