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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Der 26. Monschau-Marathon 2002
 
 
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12.08.2002  

 
 

Vorwort:
Als der Initiator Gregor Krings 1977 dem Monschau-Marathon das Leben einhauchte, hielt man ihn schlicht für verrückt: Man wusste nur zu gut um die Topographie des Monschauer Landes und ließ den Auswärtigen erst einmal den Vortritt. Doch im nächsten Jahr waren wesentlich mehr Einheimische mit am Start. Und siehe da: Auch für die Monschauer selbst war der Monschau-Marathon ein Erlebnis ganz besonderer Art. Faszination und Knochenarbeit zugleich.
Die Strecke verläuft in einer der schönsten deutschen Landschaften und ist in seiner Eigenart einmalig. Wer ihn genießen will, sollte schon ausreichend trainiert sein und ihn vorsichtig angehen. Wer das beherzigt, kommt zu einem Naturerlebnis unverwechselbarer Art. Die gelaufene Zeit, vorausgesetzt, es kommt nichts Unvorhergesehenes dazwischen liegt bei ca. 10 bis 15 Minuten über der aktuellen Marathonzeit.

 


Monschau-Marathon: 767 Höhenmeter


 r

In diesem Jahr ging der Marathon in seine 26. Auflage. Eigentlich sollte bei 1.600 Anmeldern Schluss sein, aber der Verein TV Konzen drückte mal wieder ein Auge zu. Und somit bekamen 1653 einen der begehrten Startplätze, "Damit alle, die sich vielleicht lange auf den Monschau-Marathon vorbereitet hatten, dabei sein konnten", erklärte Günter Offermann.


Der Lauf:
Am 11.08.2002 gegen 6:00 in der Frühe viel in Konzen der erste Start. Genau 300 Wanderer machten sich auf die 42,195 lange Strecke. Zwei Stunden später fiel dann auch für die 1353 Läuferinnen der Startschuss. Das Wetter, es war bewölkt und gelegentlich nieselte es leicht, sollte sich im Weiteren als angenehmes Laufwetter herausstellen. Eine Hitzeschlacht wie im vergangenen Jahr blieb den Beteiligten diesmal erspart.
Vorbei ging es auf einem asphaltierten Feldweg an "Gut Stillbusch" und einem schmalen felsigen Weg steil bergab, bevor es weiter bergab in den "Eifelschatz", den historischen Kern Monschaus, führte. Noch war das Zentrum Monschaus nicht sehr belebt; deutlich hört man zwischen den alten Fachwerkhäusern das rhythmische Geräusch von aufklatschenden Läuferschuhen. Schnell lag die Stadt hinter den Läuferinnen und Läufer. Ein enges Tal nahm sie auf, herrlich bewaldet. Rechts vom Weg die Rur, die im Hochmohr "Hohes Venn" entspringt und etwa 15km unterhalb Deutschlands größten Stausee speist: den Rursee.
Bei km 7 wurde über eine Holzbrücke die Rur überquehert. Ein kurzer Anstieg; dann führte der Weg leicht bergan durch dichten Bewuchs in den Hang unterhalb der Ortschaft Rohren, vorbei an der Sommerbobbahn. Bei km zehn erreichten die Läuferinnen und Läufer das verträumte Dorf Wildau, ein schmuckes Eifeldorf mit schönem Fachwerk. Von hier aus schlängelte sich der Weg ins Holderbachtal und führte anschließend steil gegen den Berg. In der Tat: Das Teilstück von etwa 150m war kaum belaufbar. Viele gingen oder joggten hier. Endlich ist nach etwa 2km die Höhe erreicht, und eine rechte Steilkurve geht zügig bergab. Kur vor 21km wurde die Bundesstraße 258 oberhalb der Ortschaft Höfen überquert. Nach einem kurzen Anstieg an "Gut Heistert" ging es vorbei ins Dorf hinein. Es ist Labsal. Viele Kalterherberger haben draußen vor ihren Türen Stände aufgebaut und halten nasse Schwämme und Getränke bereit. In Kalterherberg war höchste Vorsicht geboten. Die leicht fallende Dorfstraße, der ausgezeichnete Service und die Bravorufe peitschten einen förmlich nach vorne. Kilometer 34,4: Leyloch. Hier, wo der Körper des Marathonläufers auf die Fettreserven umschaltet, ausgerechnet hier musste man die ansehnliche 1500m lange Steigung nach Mützenich hinauf bewältigen. Wer noch nicht zum Marathongeher geworden ist, hier konnte er es leicht werden. Leichte Krämpfe in den Oberschenkeln kündigen von der Übersäuerung der Muskulatur. Endlich wurde die Straße wieder eben, der Schritt länger. Man näherte sich dem Venndorf Mützenich. Dort empfing die Leichtathletik-Gemeinschaft die müden Helden. Sie hatten wie in den Vorjahren auch schon ein großes Verpflegungszelt aufgebaut, das von den Läufern und Walkern durchlaufen wurde. Mit Glocken, Rasseln, Trommeln usw. wurden sie für die letzten zwei Kilometer noch einmal kräftig angefeuert. Kilometer 40: Der Laufrhythmus war wieder gefunden. Die letzte Steigung ist überwunden. Konzen, das stolze Dorf mit seiner historischen Mutterkirche hat die Läuferinnen und Läufer wieder. Der Moderator von Runners-Point kündigt vom nahen Ziel. (An dieser Stelle einen herzlichen Gruß an R.P. zurück) Die letzen 200 Meter. Endlich das Ziel; Eine Rose für die Frauen, eine Medaille und Versorgungspaket belohnten die Mühe.

 


Finisher bekamen im Ziel eine Medaile und T-Shirt als Belohnung überreicht.


Walker dürfen nicht gewertet werden, bekamen aber eine Teilnehmerurkunde und die verdiente Medaile.


Eine überglückliche Finisheren. Sie wurde von Freunden im Ziel mit einem Kuchen überrascht und einem "Läufer-Taxi" abgeholt.

Die Sieger des Monschau-Maratnon 2002:
Nach 2 Stunden, 41 Minuten und 31,3 Sekunden erreicht der Belgier Oliver Pierron die Ziellinie. Eigentlich sah alles eher nach einem spannenden Zweikampf zwischen dem Vorjahressieger Hemut Peters von der Leichtathletikgemeinschaft Mützenich und dem Heerlener Vico Mingers, Gewinner des Rur-Eifel-Cups aus. Sie hatten sich einen Vorsprung von 2 Minuten erarbeitet. Doch in Leyloch setzte Oliver Pierron zu einem starken Zwischensprint an und überholte dort die beiden Favoriten. Helmut Peters lief nach 2:42:58 dann als Zweiter und Vico Mingers mit 2:45:47 als Dritter ins Ziel.
Bei den Frauen zog Antje Möller vom ASV Duisburg konsequent von Anfang an ihren Siegeszug durch und lief nach 3:21:30 als Erste ins Ziel. Dicht hinter ihr folgte Sabine Pressler von der DJK Armada Würselen mit einer Zeit von 3:21:30. Den dritten Platz belegte Anne-Christia Wiora vom TV Huchem-Stammeln mit einer Zeit von 3:23:54.


 

Während Teamsoft-Sportzeit die eintreffenden Finisher registriert, druckt Bernd Steffens und seine Kollegin schon mal fleißig die Urkunden und Ergebnislisten aus ...

... die anderen feiern derweil schon mal ihren Sieg, oder ließen sich von den Angehörigen trösten... geselliges Beisammensein nach dem Lauf.





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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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