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Sind wir mit Musik leistungsfähiger? Musik beim Sport
 
 
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05.01.2022  

 
 

Julian Ebert
 
Sind wir mit Musik leistungsfähiger? Musik beim Sport
 
Sportler suchen ständig nach Möglichkeiten, ihre Leistung zu verbessern. Der Wunsch, schneller zu laufen, höher zu springen oder mehr zu heben, lässt sie nach der nächsten Möglichkeit zur Verbesserung suchen. Viele schwören darauf, im Fitnessstudio Musik zu hören, um leistungssteigernde Effekte zu erzielen. Aber hilft Musik tatsächlich oder behindert sie die Performance?
 
Was ist, wenn alles nur Einbildung ist? Songwriter und Experte Julian Ebert geht auf diese und weitere Fragen in unserem heutigen Interview gerne ein. Als Musiker beschäftigt er sich tagtäglich nicht nur mit Melodien, Tönen und Texten, sondern auch mit den Effekten dieser auf unseren Alltag. Daher weiß er aus erster Hand, inwiefern Musik auch unseren Körper beeinflusst.


Ein Interview mit Julian Ebert für Laufen-in-Koeln:

Hallo Herr Ebert, schön, dass Sie Zeit dafür gefunden haben, mit uns über dieses interessante Thema zu sprechen. Woher kommt denn eigentlich der Gedanke, dass man mit Musik leistungsfähiger ist?

Julian Ebert:
"Nun, das sagen Spitzensportler immer wieder. Es gibt einige, die schwören auf Musik als Begleitung beim Training. Im Endeffekt kennt es aber jeder aus seinem eigenen Alltag: Es gibt fast nichts Schlimmeres, als ins Fitnessstudio zu fahren und vor Ort dann festzustellen, dass man seine Kopfhörer zu Hause vergessen hat (lacht). Kommt Ihnen das bekannt vor? Mir ist das auch schon ein, zwei Male passiert. Glücklicherweise läuft ja in jedem Fitnessstudio entweder Radio oder hauseigene Musik. Ohne scheint es wirklich nicht zu gehen."

Stimmt, es ist fast schon eine Gewohnheit, die Lieblingsmusik mit zum Sport zu nehmen. Sie als Experte können uns sicherlich sagen, was die Wissenschaft zu dem Thema an Erkenntnissen bietet?

Julian Ebert:
"Ja, die Erkenntnisse aus der Forschung stützen die These der Leistungssteigerung und beleuchten spannende Aspekte. Musik wird in unser Gehirn übertragen, wo es im Belohnungszentrum ankommt und dort wiederum motorische Reize auslöst. Daher kommt auch der Drang, bei einem tollen Song tanzen zu wollen. So fördern Töne die Bewegung und sorgen außerdem dafür, dass Glücksgefühle ausgeschüttet werden, da das Belohnungszentrum involviert ist. Musik bewirkt auch, dass die körperliche Erschöpfung beim Sport erst später einsetzt. Ein Versuch in England hat sogar gezeigt, dass man 15 Prozent mehr Leistung abrufen kann, wenn man auf dem Laufband Musik hört. Ich finde das absolut interessant und faszinierend."

Es ist also kein Mythos, sondern Fakt, dass man mit Musik leistungsfähiger ist?

Julian Ebert:
"Genau das wollte ich damit sagen. Spitzensportler können sich diesen Effekt gezielt zunutze machen, indem sie beim Training die Begleitung von Musik dazu nehmen. Es gibt viele Songs, die ideal zum Leistungssport passen, weil sie einen dynamischen Beat oder anspornende Liedzeilen oder idealerweise beides haben. Wäre ich von Haus aus Sportler und müsste ich bestimmte Leistungen erbringen bzw. mich daran messen lassen, würde ich mich lieber für Musik beim Training entscheiden als für strenge Diäten oder andere unnatürliche Methoden. Musik gehört schließlich zu uns Menschen wie der natürliche Schlafrhythmus und unterstützt biologische Funktionen unseres Körpers."

Das klingt sehr gesund und einleuchtend. Gibt es noch andere Möglichkeiten, wie Musik Sportlern das Leben leichter machen kann?

Julian Ebert:
"Ja, man kann ja auch nicht nur während des Trainings, sondern vorbereitend oder anschließend Musik hören. Insbesondere bei Phasen der Regeneration unterstützen leise und ruhige Töne die Entschleunigung und das Einsetzen von körperlicher Entspannung. Musik hilft ja letztendlich auch beim Meditieren und sonstigem Stressabbau. Alles in allem ist sie einfach ein richtig wertvoller Begleiter, dessen positive Auswirkungen kein Sportler ungenutzt an sich vorbeiziehen lassen sollte."

Herr Ebert, wir danken Ihnen für dieses aufschlussreiche und interessante Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude bei Ihrer Arbeit mit und für Musik!




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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